WARE Alyn

1962 -

Foto: Friens of the Earth, Flanders and Brussels

Alyn Ware wurde 2009 mit dem „alternativen Friedensnobelpreis“ (Right Livelihood Award) geehrt, „für sein bereits zwei Jahrzehnte andauerndes, effektives und kreatives Engagement und seine Initiativen, um Friedenserziehung zu fördern und eine atomwaffenfreie Welt zu verwirklichen“, so heißt es in der Begründung des Komitees.

Alyn Ware wurde 1962 in Neuseeland geboren. Als Kindergartenerzieher in den frühen 1980er Jahren fing er an, Friedenserziehung zum eigenen Projekt zu machen und gründete die Mobile Peace Van Society. Er bereiste Neuseeland und klärte über alle Aspekte des Friedens in Kindergärten, Grundschulen und Oberschulen auf. Zusammen mit dem Schulamt entwickelte er Leitlinien für die Friedenserziehung.

Gleichzeitig war Alyn Ware ehrenamtlich in einer erfolgreichen Kampagne für ein atomwaffenfreies Neuseeland aktiv. Er gründete die Peace Movement Aotearoa [Aotearoa ist der indigene Name Neuseelands] und organisierte 1987 den Friedensmarsch für ein atomwaffenfreies Neuseeland.

Anfang der 90er Jahre begann er seine Tätigkeit bei den Vereinten Nationen in New York. Dort richtete er das Büro des Gulf Peace Team ein, und arbeitete für eine Verhinderung des Golfkrieges.  Ab 1991 war er für die Weltföderalistische Bewegung tätig, eine internationale Bürgerbewegung, und begleitete die UN-Verhandlungen über die Schaffung eines Internationalen Strafgerichtshofs (International Criminal Court, ICC).

Sieben Jahre lang (1992 – 1999) war Alyn Ware der Geschäftsführer beim Lawyers Committee on Nuclear Policy, die US-Sektion der Internationalen JuristInnen gegen Atomwaffen (IALANA). In dieser Zeit war er durch seine Lobbyarbeit maßgeblich beteiligt an der Verabschiedung einer wichtigen UN-Resolution, die ein Rechtsgutachten über die Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen durch den Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag einfordert. Für die mündlichen Gerichtsverhandlungen beim IGH in 1995 stand Alyn Ware einigen Ländern bei der Vorbereitung ihrer Aussagen mit fachlicher Beratung bei. 1996 erklärte der IGH den Einsatz sowie die Drohung mit einem Einsatz von Atomwaffen generell für völkerrechtswidrig und sagte aus, dass Staaten im Sinne des Völkerrechts verpflichtet seien, Atomwaffen abzurüsten.

1995 begründete Alyn Ware das globale Netzwerk für die Abschaffung aller Atomwaffen (Abolition 2000), zusammen mit einer Gruppe von NGO-VertreterInnen. Dieses Netzwerk wuchs rasend schnell auf über 2000 Organisationen weltweit an und hat als Hauptziel die Aufnahme von Verhandlungen über eine Nuklearwaffenkonvention [einen Vertrag zur Abschaffung aller Atomwaffen]. Nach der Veröffentlichung des IGH-Rechtsgutachtens von 1996 verfasste Alyn Ware die erste von einer Reihe von UN-Resolutionen über die Umsetzung des Rechtsgutachtens durch eine Nuklearwaffenkonvention. Jedes Jahr wird eine solche Resolution mit einer großen Mehrheit in der UN-Vollversammlung verabschiedet, 2009 (Res GA/63/49) waren es 127 Ja-Stimmen gegenüber 23 Nein-Stimmen mit 30 Enthaltungen. Außer den „blockfreien“ Staaten [d.h. Länder, die nicht mit den damaligen Supermächten USA und Sowjetunion alliiert waren] unterstützen inzwischen auch China, Indien, Pakistan und Nordkorea die Resolution.

Alyn Ware ist außerdem Begründer und internationaler Koordinator des Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND). Das Netzwerk hatte er 2002 unter den Obhut vom Middle Powers Initiative (MPI) und Global Security Institute (GSI) begonnen aufzubauen. 2009 hat das PNND über 500 Mitglieder in 70 Ländern. Die Mitglieder des PNND leisten in ihren jeweiligen Parlamenten Aufklärungsarbeit über Abrüstung und Nichtverbreitung, regen parlamentarische Debatten an, geben Input für die nationale Abrüstungspolitik und arbeiten mit der Zivilgesellschaft zusammen, um Abrüstung zu fördern.

Alyn Ware ist inzwischen sehr bekannt für seine Förderung atomwaffenfreier Zonen in allen Teilen der Welt. Er ist ein geschätzter Berater bei Verhandlungen: so ist er z.B. bei der UN-Vollversammlung, der ständigen Abrüstungskonferenz in Genf, dem UN-Sicherheitsrat und bei den Konferenzen über den Atomwaffensperrvertrag immer dabei. (XH)

Bearbeitungsstand: Oktober 2009

Weitere Informationen über Abrüstungsinitiativen heute

siehe auch: Abolition 2000
siehe auch: Atomwaffensperrvertrag
siehe auch: Middle Powers Initiative
siehe auch: PNND
siehe auch: Projekt Weltgerichtshof
siehe auch: Nuklearwaffenkonvention

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