Venting

engl.: venting

Baneberry unterirdischer Atomtest, 18.12.1970

In Verbindung mit unterirdischen Atomwaffentests bezeichnet der Begriff »Venting« den Austritt von radioaktiven Gasen in die Atmosphäre. Die Versuche werden entweder am Ende von horizontal angelegten Tunneln oder in einem vertikalen Schacht durchgeführt. Dafür muss ein im Durchmesser etwa 3 m großes und nach vorliegenden Erfahrungen zwischen knapp dreißig und rund zweitausend Metern tiefes Loch in die Erde gebohrt werden. Über der Bohrung wird dann eine transportable turmartige Vorrichtung für die Testgeräte installiert. Der eigentliche Sprengsatz befindet sich im unteren Teil, darüber ist ein ca. 200 t schwerer und 1,5 m langer »Diagnose-Kanister« mit Messgeräten zur Feststellung der Funktionswirkungen der Waffe installiert. Anschließend wird das gesamte Paket mittels eines Kranes in das Bohrloch versenkt und dieses mit Erdreich und Beton möglichst strahlensicher verschlossen. Wie bisherige Nukleartests zeigen, reißt aber die Explosion trotzdem häufig Erde unmittelbar über der Bombe weg und bläst hochradioaktiven Schmutz, Fels und Schutt wie durch einen Luftkanal heraus. Die Folge ist eine intensive Strahlenverseuchung von Luft, Boden und Grundwasser. Auch durch Bodenrisse und -Spalten kann es zum so genannten »Venting« kommen, dem Austritt radioaktiver Gase in die Atmosphäre, die bei Menschen und Tieren in den betroffenen Gebieten zu schweren gesundheitlichen Schädigungen führen. (Quelle: Neues Deutschland: Trotz Teststoppverbot drohen neuen Atomversuche, 23.09.2006.)

Bearbeitungsstand: März 2009

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