Unterirdische Detonation

engl.: underground explosion

Unterirdische Atomdetonationen sind besonders geeignet, unterirdische Befehlszentralen und Bunkerkomplexe zu zerstören. Im Gegensatz zu Atomtests, wo der Detonationspunkt exakt festgelegt werden kann, ist es schwierig, bei einem militärischen Angriff eine Atombombe unversehrt tief genug in den Untergrund zu bringen. Allerdings reicht es zur Zerstörung von Bunkeranlagen in der Regel aus, die Bombe nur einige Meter in den Boden dringen zu lassen.

Es werden zwei Detonationsarten unterschieden:

  1. Detonationen in niedriger Tiefe mit massiver Kraterbildung und Fallout
    Die Kraterbildung bewirkt eine nachhaltige Zerstörung der Infrastruktur. Zusätzlich sperrt sie an markanten Geländepunkten die Weiterfahrt von Rad- und Kettenfahrzeugen. Durch das hochgeschleuderte Erdreich entstehen gewaltige Massen an verstrahlter Materie. Der Kraterbereich kann auf Dauer nicht mehr ohne Schutzausrüstung von Menschen betreten werden. Entsprechend intensiv ist der Fallout, der abhängig von den Wind- und Witterungsbedingungen zu einer großflächigen Bodenverseuchung führen kann.
  2. Detonationen in großer Tiefe ohne Freisetzung von Fallout
    Die unterirdische Detonation in großer Tiefe hat gegenüber der Detonation an oder über der Erdoberfläche den Vorteil, dass die Radioaktivität in der Regel im Erdinneren verbleibt. Militärisch wird dieses Verfahren angewandt, wenn das Zielgelände zu einem späteren Zeitpunkt noch von Truppen benutzt werden soll. Seit Atomtests in der Atmosphäre geächtet sind, ist die tiefe Untergrunddetonation das gängige Verfahren bei Testversuchen. Allerdings kann das Eindringen von Spaltprodukten in das Grundwasser oder ins Meer nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden.(LL)

Bearbeitungsstand: Oktober 2006

siehe auch: Atomtest
siehe auch: Fallout

zurück