Urlau

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Das Sondermunitionslager Urlau (47°46'55”N, 10°03'41”O) lag ca. 20 km nordwestlich von Kempten im Allgäu. Das im nordöstlichen Teil des konventionellen Depots errichtet SAS wurde im Jahr 1962 in Betrieb genommen. Hier waren bis 1965 Atomwaffen für das II. deutsche Korps und die französischen Truppen in Südwestdeutschland gelagert.

Für den Weitertransport der atomaren Gefechtsköpfe in die unterstellten Divisionen (1.GebDiv., 1.LLDiv., 4.PzGrenDiv., 10.PzDiv.) war das Nachschubbataillon 220 (SW) zuständig. Von US-amerikanischer Seite wurde die Kontrolle durch die 512th USAAG und die 510th Ord. Company wahrgenommen.

Eingelagerte Munition
Zu unterschiedlichen Zeiten lagerten hier atomare Sprengköpfe für die Waffensysteme Honest John, und Panzerhaubitze 203 mm M110 (ab 1960 atomar).

  • Von 1962-1965 Honest John Gefechtsköpfe vom Typ W-31 mit folgender Sprengkraft: Version Mod.0 Y1: 2KT, Version Mod.0 Y2: 40KT und Version Mod.3 Y3 mit 20KT.
  • Von 1962-1965 Gefechtsköpfe vom Typ W-29 für die Haubitze 203 mm mit folgender Sprengkraft: Version Mod.0 Y1: 0,1KT, Version Mod.0 Y2: 0,7KT, Version Mod.0 Y3: 1,1KT, Version Mod.1: 0,8KT.

Über die Anzahl der eingelagerten atomaren Gefechtsköpfe gibt es keine Angaben.
Nach Fertigstellung des neuen SAS in Riedheim bei Günzburg wurden die atomare Munition und die zuständigen Einheiten aus Urlau Anfang 1965 dorthin verlegt. (LL)

Bearbeitungsstand: September 2011

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Honest John
siehe auch: Panzerhaubitze M 109
siehe auch: Panzerhaubitze M 110
siehe auch: Sondermunitionslager

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