Tote Hand (Nuklearstrategie)

eng.: dead hand (nuclear strategy)

Während der Zeit des Kalten Krieges wurde in der damaligen Sowjetunion ein Führungssystem für die eigenen Atomstreitkräfte installiert, um im Falle eines durch die USA ausgelösten nuklearen Enthauptungsschlages, noch rechtzeitig einen entsprechenden, automatischen Gegenschlag auslösen zu können. Dieses System erhielt den Decknamen „Tote Hand“. Seine Aufgabe bestand darin, der Armee auch nach einer möglichen Ausschaltung der politischen Führung die Möglichkeit zu einem atomaren Zweitschlag zu erhalten. Zu diesem Zweck entwickelte die Sowjetunion in den 1980er Jahren eine neue Generation U-Boot-gestützter, ballistischer Atomraketen (SLBM). Diese praktisch unverwundbaren Raketensystem zielten primär auf die Bevölkerungszentren in den USA. In Verbindung mit einem guten Radar- und Satellitenüberwachungssystemen reichte eine Vorwarnzeit von ca. 30 Minuten aus, um nach dem Prinzip „Launch-On-Warning“ einen erfolgversprechenden nuklearen Gegenschlag zu starten.

Die erforderlichen Kommandostrukturen befanden sich in unterirdischen Bunkeranlagen im Großraum Moskau. Es gibt nicht bestätigte Hinweise, dass das System „Tote Hand“ auch über das  Ende des Kalten Krieges hinaus einsatzbereit gehalten wurde oder noch wird. (LL)

Bearbeitungsstand: Juni 2012

siehe auch: Kalter Krieg
siehe auch: Launch-On-Warning
siehe auch: Taifun-U-Boot
siehe auch: Zweitschlagfähigkeit

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