TREE-Wirkung

engl.: Transient Radiation Effects on Electronics

Bei Atomdetonationen können in Folge der Anfangsstrahlung TREE-Wirkungen vorübergehende Fehlfunktionen der Elektronik und angeschlossener Systeme bewirken. In analogen Schaltungen werden z.B. Verstärker übersteuert, fallen Regelglieder aus, melden Anzeigekreise Vollausschlag oder Null, sprechen Sicherungselemente an und können Kurzschlüsse auftreten. In digitalen Schaltungen treten Störimpulse auf, die als Schaltbefehle unerwünschte Reaktionen der angeschlossenen elektrischen, hydraulischen oder mechanischen Systeme verursachen. Gespeicherte Daten werden verändert oder gelöscht. Durch die Störströme und die strukturverändernde Wirkung der Neutronenstrahlung sind auch bleibende Schädigungen von Bauelementen, besonders Halbleitern, möglich.

TREE-Wirkungen sind von der Dosierung der Anfangsstrahlung abhängig. Die Elektronik kann auch ausfallen, wenn sie vor der Druckwelle und der thermischen Strahlung, jedoch nicht vor der Anfangsstrahlung geschützt ist. Daher ist die Elektronik in gepanzerten Fahrzeugen besonders gefährdet, vor allem bei kleinen Detonationswerten, bei denen sich Militärfahrzeuge im Bereich sehr hoher Dosisleistung befinden können und dabei äußerlich unbeschädigt bleiben. Je nach Detonationswert und Schutzfaktor sind TREE-Schäden bis zu einer Entfernung von ca. 5000 m vom Nullpunkt (Wirkungsbereich der Anfangsstrahlung) möglich. Einen Schutz durch Behelfsmittel gibt es nicht, jedoch lässt sich durch Auswahl geeigneter Bauelemente und schalttechnischer Vorkehrungen die Empfindlichkeit der verwendeten Elektronik soweit herabsetzen, dass eine begrenzte Härtung aller Teilsysteme erzielt werden kann. (LL)

Bearbeitungsstand: Februar 2008

Siehe auch: Anfangsstrahlung
Siehe auch: Detonationswert
Siehe auch: Nullpunkt

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