"The Day After" (Film)

dt.: "Der Tag danach"

Der 120 Minuten lange US-amerikanische Film „Der Tag danach“ wurde weltweit zum ersten Mal am 20. November 1983 ausgestrahlt. Alleine in den USA hatte er mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauer. Er galt als der bis dahin erfolgreichsten TV-Film überhaupt. Erst im Jahr 1987 wurde „The Day After“ auch im sowjetischen Staatsfernsehen ausgestrahlt.

Der Film handelt von den Tagen nach einem Atomkrieg und zeigt die fiktiven Auswirkungen eines nuklearen Schlagabtausches der beiden Supermächte: Die radioaktive Verseuchung des Landes, der langsame Tod aller Protagonisten, das Ende der Zivilisation. Der Film spielt in einem kleinen Ort in Kansas und beginnt ein paar Wochen vor dem Atomschlag auf die USA. Im Zentrum des Filmes stehen die Erlebnisse der Menschen spielen, nicht die politischen Geschehnisse. Ungeklärt blieb in der Erzählung des Filmes, wer die Raketen zuerst abfeuerte. Verglichen mit dem britischen Film Threads, war der Film vergleichsweise optimistisch, weil einige Menschen den Atomkrieg überlebten.

Die Premiere des Films hatte damals eine sehr große Wirkung weltweit. Er wurde in einer Zeit ausgestrahlt, wo die Menschen ohnehin große Angst vor einem Atomkrieg hatten. US-Präsident Ronald Reagan notierte in sein Tagebuch, der Film habe ihn tief deprimiert. Es gibt die Legende, dass der Film Reagans Umdenken veranlasste, danach führte er mit Gorbatschow Abrüstungsgespräche. Nach der Erstausstrahlung gab es TV-Debatten über den Sinn nuklearer Abrüstung oder Aufrüstung, an denen unter anderem Ex-US-Außenminister Henry Kissinger und der Wissenschaftler Carl Sagan teilnahmen. ABC richtete auch Notfall-Hotlines für besorgte Zuschauer ein.

Das Pentagon lehnte eine Unterstützung von „The Day After“ ab. Im Vorfeld des Films hatte es diverse Zensurversuche seitens des Senders gegeben, auch Ronald Reagan schickte angeblich ein Memo an Regisseur Nicholas Meyer, wie er den Film zu schneiden habe. Es wurde im Sender heftig über die Endfassung gestritten. Meyer verließ zwischenzeitlich sogar das Projekt. Wegen dieser Streitigkeiten verzögerte sich die Ausstrahlung um mindestens ein halbes Jahr.

Der Generalstab erhielt ein Screening und soll anschließend wie versteinert gewesen sein, weil er die Darstellung als zutreffend einschätzte. Die New York Post kritisierte Meyer als „Verräter“, der Sender habe 7 Millionen Dollar ausgegeben, um das Land zu entwaffnen. Konservative Aktivisten unterstellten den Machern von „The Day After“, der Film sei als Kampagne für nukleare Abrüstung konzipiert und nicht tragbar. xh (Quellen: Telepolis; Rolling Stone)

Bearbeitungsstand: November 2013

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