Trägheitslenkung

engl.: inertial navigation

Die Trägheit der Masse kann unter anderem zur Ortsbestimmung und Navigation von Flugkörpern (Raketen, Cruise Missiles) benutzt werden. Wenn ein bewegter Körper seine Geschwindigkeit oder Richtung ändert, erzeugt die dazugehörende Beschleunigung an allen seinen Komponenten eine Kraft. Diese kann man mit empfindlichen Sensoren bestimmen und so die Abweichung von der geplanten Flugbahn ständig ermitteln und korrigieren. Mit der Trägheitslenkung (auch INS= inertiales Navigationsystem) kann man, wenn man die Startgeschwindigkeit und den Standort kennt, laufend die aktuelle Position des Flugkörpers im Raum ermitteln.

In der Realität ist die Trägheitslenkung ein kompliziertes Verfahren. Da die Bewegung in drei Dimensionen stattfindet, benötigt man drei Kraftmesser zur Ermittlung von Abweichungen. In der Regel wird dafür eine um zwei Achsen drehbare Plattform verwendet, die mittels rotierender Kreisel in ihrer Richtung raumfest gehalten wird. Da alle Messungen und Korrekturen innerhalb des Flugkörpers erfolgen, kann die Flugbahn nicht durch feindliche Gegenmaßnahmen (z.B. Radar, Funkwellen) beeinflusst werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Abweichung vom geplanten Zielpunkt (CEP) äußerst gering ist. (LL) (Quelle: Jürgen Altmann: Naturwissenschaft-Rüstung-Frieden, Marburg 2007)

Bearbeitungsstand: Oktober 2008

siehe auch: CEP-Wert

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