Trident-Rakete

engl.: Trident Missile

Trident II (D5) Rakete wird aus dem Wasser gestartet. Foto: US DoD

Trident bezeichnet eine Klasse von ballistischen Interkontinentalraketen, die von U-Booten aus eingesetzt werden. Einsatzländer sind die USA und Großbritannien. Zurzeit sind die Raketentypen Trident I und Trident II auf US-amerikanischen und Trident II auf englischen U-Booten stationiert.

Trident I
Am 18. Januar 1977 wurde die erste Trident-I-Rakete auf Cape Canaveral, Florida gestartet. Zwischen Februar 1977 und Januar 1979 wurden dort insgesamt 17 Trident-I-Raketen zu Testzwecken abgefeuert. Die Trident I wurde 1979 in Dienst gestellt. Ihr Einsatz ist bis in das frühe 21. Jahrhundert geplant. Sie wird bereits nach und nach durch die Trident II ersetzt. Bis 1986 wurden insgesamt 117 Flugtests durchgeführt und dabei 222 Raketen verschossen. Danach hatte die Trident I eine Startzuverlässigkeit von 85 % (34 Teststarts schlugen fehl). Zuletzt wurden vier Raketen dieses Typs am 9. Dezember 2001 zu Testzwecken verschossen.

Trident-I-Raketen (max. 24 Stück) werden in U-Booten der Ohio-Klasse eingesetzt. Ihre maximale Reichweite beträgt 7400 km.

Trident II
ist eine vergrößerte Version der Trident-I-Rakete. Im Januar 1987 wurde die erste TRIDENT II in Cape Canaveral, Florida getestet. Zwischen März 1987 Januar 1989 wurden insgesamt 18 TRIDENT-II-Starts durchgeführt. Sie wurden ab 1990 in Betrieb genommen. Die Nutzung ist bis 2020 vorgesehen. Seit 1987 wurden von den USA 116 Tests durchgeführt, wonach die Trident II eine Startzuverlässigkeit von 96 % hat, also zuverlässiger als die Trident I ist.
Die Trident-II-Rakete ist eine dreistufige Feststoffrakete mit einer Reichweite von über 10.000 km und bewaffnet mit Mehrfachsprengköpfen. Es könnten maximal 16 Gefechtsköpfe in einer Rakete untergebracht werden.

Technische Daten der Trident II:
Lenkung: Trägheitsnavigationssystem
Antrieb: dreistufige Feststoffrakete
Höhe: 13,40 m
Durchmesser: 2,10 m
Gewicht: 58,5 t
Reichweite: über 10.000 km
Gefechtskopf: bis zu 16 unabhängige W88-Atomsprengköpfe mit jeweils 475 KT
Kosten: ca. 31 Mio. Dollar pro Stück.

Die auf U-Booten stationierten Trident-Raketen bilden zurzeit und in nächster Zukunft die Hauptstütze der amerikanischen nuklearen Abschreckung. Die Trident II ist die modernste amerikanische Atomwaffe, zumal sie weiterhin modernisiert wird. Die von U-Booten abgeschossenen Trident-II-Raketen haben bei voller Ausnutzung der Nutzlast eine maximale Reichweite von über 7.360 Kilometern. Schon zwei Minuten nach ihrem Abschuss bewegen sie sich mit über 6.096 Metern pro Sekunde (21.600 Kilometer pro Stunde), also fast 18-facher Schallgeschwindigkeit. Der Hersteller Lockheed Martin zeigte sich überzeugt, die Treffgenauigkeit der Waffe, die derzeit bei etwa 100 Metern liegt, auf 10 Meter verbessern zu können.

„Der atomare Sprengkopf der Trident II wird ebenfalls modifiziert. Ziel ist unter anderem zu beweisen, dass das Design von Atomsprengköpfen geändert werden kann, ohne dass ihre Funktionsfähigkeit in einem „echten“ Atomtest demonstriert werden muss. Zugleich wird das Kommandosystem für die Trident II so erneuert, dass die Rakete schneller ihre Zielkoordinaten ändern kann.“ (Quelle: Oliver Meier/Lutz Hager: Atomwaffen für Regionalkonflikte?, W&F 4/97)

Im Sommer 2006 beschlossen die USA, einen Teil der nuklearen Sprengköpfe der Trident-Raketen auf den amerikanischen Atom-U-Booten durch konventionelle Sprengköpfe zu ersetzen. Insgesamt soll etwa ein Drittel der auf den Weltmeeren stationierten Atomwaffen durch konventionelle Sprengköpfe ersetzt werden. Dies birgt allerdings neue Gefahren: Im Falle eines Abschusses wäre zum Beispiel für China oder Russland nicht sofort erkennbar, ob es sich um einen atomaren oder einen konventionellen Angriff handelt. Dies könnte im schlimmsten Fall zu einem atomaren Gegenschlag führen. (LL)

Bearbeitungsstand: November 2006

siehe auch: Interkontinentalrakete
siehe auch: KT (Kilotonne)

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