Selbstabschreckung

engl.: self-deterrence

Die Einordnung von Atomwaffen als »politische Waffen«, die nie eingesetzt werden dürfen, ist eine wenig glaubwürdige Doktrin. Atomwaffen müssen militärisch einsetzbar sein, damit sie ihren politischen Zweck der Abschreckung erfüllen können. Mit der Frage nach der Glaubwürdigkeit des Einsatzes muss auch immer die Frage nach der Gefahr der Selbstabschreckung gestellt werden. Diese muss so gering wie möglich gehalten werden. Wenn ein Nuklearstaat nur über wenige Atomwaffen von ungeheurer Stärke oder unkontrollierbarer Strahlungswirkung verfügt, so würde er sich vor dem Einsatz dieser Waffen mehr fürchten als vor den Folgen einer gegen ihn gerichteten Aggression. Ein potentieller Angreifer könnte deshalb darauf spekulieren, der nuklearen Vergeltung zu entgehen, wenn er mit seiner Aggression unterhalb einer bestimmten Schwelle bleibt. Die Abschreckungswirkung der Atomwaffen wäre wegen der damit verbundenen Selbstabschreckung eingeschränkt und im Extremfall völlig aufgehoben. (Quelle: Karl-Heinz Karp: Kernwaffen im 21. Jahrhundert)

Bearbeitungsstand: November 2008

zurück