Südafrika

engl.: South-Africa

In Südafrika wurden seit den 1970er Jahren Atombomben produziert. Nach eigenen Angaben wurden insgesamt sechs Atombomben hergestellt. Kurz vor dem Ende der Apartheid wurden alle Atomwaffen und Produktionsanlagen zerstört, um 1991 dem Atomwaffensperrvertrag beitreten und sich damit wieder in die internationale Gesellschaft eingliedern zu können. Internationale Inspektionen ergaben, dass bis 1994 alle südafrikanischen Atomwaffenanlagen komplett abgebaut waren.

Südafrika hat als einziges Land der Welt vorgemacht, wie aus nuklearen Schwertern friedliche Pflugscharen werden. Die Atomwaffen waren ursprünglich »als Abschreckung gegen die kommunistische Gefahr« produziert worden, wie das damalige Apartheid-Regime behauptete. Doch dann war das Feindbild abhanden gekommen: Weltweit kollabierte der Kommunismus. Nelson Mandela wurde freigelassen. Südafrika entschied sich freiwillig abzurüsten und lud 20 Inspektoren der Atomenergiebehörde ein, den Prozess zu überprüfen. Südafrika öffnete den Inspektoren Tür und Tor. Im Jahr 1994 überreichte Pik Botha dem damaligen Leiter der Atombehörde, Hans Blix, eine Pflugschar, die aus dem verschrotteten Metall der Atomwaffen hergestellt worden war.

»Ich wurde zwölf Jahre lang massiv von den Amerikanern bedrängt«, sagt der ehemalige Außenminister Pik Botha. »Jedes Jahr haben sie sich mit uns getroffen und forderten von uns, den Vertrag zur Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen endlich zu unterzeichnen. Wahrscheinlich wussten sie, dass wir die Atombombe hatten«. Ganz freiwillig, wie es gerne dargestellt wird, rüstete Südafrika also nicht ab. Bis heute glauben viele Beobachter, dass der damalige Präsident De Klerk nicht wollte, dass die Atombomben in die Hände des ANC fallen. (Quelle: www.br-online.de, Seite nicht mehr verfügbar)

Bearbeitungsstand: März 2008

siehe auch: Atombombe
siehe auch: Nichtverbreitungsvertrag

zurück