SALT

Strategic Arms Limitation Talks

Anders als bei den START-Verträgen der 1990er Jahre, die im Wesentlichen die Anzahl bestimmter Atomsprengköpfe beschränkten, bedeuten die SALT-Verträge der 1970er Jahre auch qualitative Einschränkungen für nukleare Trägersysteme, die technisch damals zwar bereits machbar, aber noch nicht stationiert waren.

Die quantitativen Regelungen von SALT setzen Höchstgrenzen für die Gesamtzahl von Trägersystemen (Startgeräte für Interkontinentalraketen, U-Boot-Raketen und strategischen Bombern) fest und begrenzen die maximale Anzahl von Atomsprengköpfen pro Rakete. Die qualitativen Beschränkungen bestehen in einer Reihe von Bestimmungen für das Entwicklungs- und Teststadium, z.B. Entwicklungsverbote für neue feste Startgeräte für Interkontinentalraketen, das Verbot von Flugtests mit neuen Interkontinental-Raketentypen und Grenzen für Start- und Wurfgewichte von strategischen Raketen. Nicht beschränkt wurden allerdings Forschungsanstrengungen in diesem Bereich.

Zwar werden alle Vertragsvereinbarungen nur mit „nationalen technischen Mitteln“ überprüft (damit sind geheimdienstliche Techniken gemeint), doch tragen die Einrichtung einer Datenbank und eines Gremiums und Vereinbarungen zur Verbesserung der Überwachungsmöglichkeiten der Vertragspartner dem erhöhten Verifikationsbedarf Rechnung, der die Folge von Maßnahmen der qualitativen Rüstungskontrolle ist.

Eine unerwartet stabilisierende Wirkung ergab sich insbesondere auch aus Artikel V.2 von SALT-I. Dieser verbietet es, die „nationalen technischen Mittel“ der Gegenseite zu beeinträchtigen – zu diesen gehören auch die für die Vertragsverifikation verwendeten Satelliten. Dieser Punkt gewinnt aktuell neue Bedeutung in der Diskussion um die US-amerikanischen Pläne zur Weltraumrüstung. (RH)

Bearbeitungsstand: Juli 2005

siehe auch: Abrüstung
siehe auch: Interkontinentalrakete
siehe auch: Marschflugkörper
siehe auch: Verifikation

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