SALT-I-Abkommen

engl.: Strategic Arms Limitation Talks (SALT) 1

Am 26. Mai 1972 unterzeichneten der US-amerikanische Präsident Richard Nixon und der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnew in Moskau das SALT-I-Abkommen.

Darin wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

» ... Artikel I: Die Vertragsparteien verpflichten sich, nach dem 1. Juli 1972 nicht mehr mit dem Bau zusätzlicher landgestützter Abschussvorrichtungen in fester Stellung für interkontinentale ballistische Flugkörper (ICBM) zu beginnen.

Artikel II: Die Vertragsparteien verpflichten sich, landgestützte Abschussvorrichtungen für leichte ICBM oder für ICBM älteren Typs, die vor 1964 disloziert wurden, nicht zu landgestützten Abschussvorrichtungen für schwere ICBM eines Typs umzubauen, der danach disloziert wurde.

Artikel III: Die Vertragsparteien verpflichten sich, Abschussvorrichtungen für von Unterseebooten aus gestartete ballistische Flugkörper (SLBM) und moderne Unterseeboote mit ballistischen Flugkörpern auf die Zahl zu begrenzen, die im Zeitpunkt der Unterzeichnung dieses Interimsabkommens einsatzbereit und im Bau befindlich ist, und darüber hinaus auf die Abschussvorrichtungen und Unterseeboote, die nach den von den Vertragsparteien aufgestellten Verfahren als Ersatz für eine gleiche Anzahl von vor 1964 dislozierten ICBM-Abschussvorrichtungen älterer Typen oder für Abschussvorrichtungen auf älteren Unterseebooten gebaut werden.

Artikel IV: Vorbehaltlich dieses Interimsabkommens können die darunter fallenden strategischen ballistischen Angriffskörper und Abschussvorrichtungen modernisiert und ersetzt werden.

Artikel V: (1) Um eine Gewähr für die Einhaltung dieses Interimsabkommens zu bieten, wird jede Vertragspartei die ihr zur Verfügung stehenden innerstaatlichen technischen Nachprüfungsmittel in einer Weise einsetzen, die mit den allgemein anerkannten Grundsätzen des Völkerrechts im Einklang steht.
(2) Jede Vertragspartei verpflichtet sich, in die innerstaatlichen technischen Nachprüfungsmittel der anderen Vertragspartei, die im Einklang mit Absatz 1 tätig wird, nicht störend einzugreifen.
(3) Jede Vertragspartei verpflichtet sich, keine vorsätzlichen Verschleierungsmaßnahmen anzuwenden, welche die Nachprüfung der Einhaltung dieses Interimsabkommens mit innerstaatlichen technischen Mitteln behindern. Diese Verpflichtung bedingt keine Änderung der gegenwärtigen Bau-, Montage-, Umbau- oder Überholungsverfahren. [...]

Artikel VII: Die Vertragsparteien verpflichten sich, weiterhin aktive Verhandlungen zur Begrenzung der strategischen Angriffswaffen zu führen. Die in diesem Interimsabkommen vorgesehenen Verpflichtungen präjudizieren nicht den Umfang oder die Bedingungen der Begrenzung strategischer Angriffswaffen, die gegebenenfalls im Verlauf weiterer Verhandlungen ausgearbeitet werden«.

Bearbeitungsstand: April 2008

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