Südkorea

Engl. South Korea (Republic of Korea)

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Südkorea ist heute Vertragspartner mehrerer Nichtverbreitungsverträge und gibt an, sich für die nukleare Abrüstung einzusetzen. Jedoch profitiert der südliche Nachbarstaat Nordkoreas nach eigenen Angaben von dem Schutz der US-amerikanischen Atomwaffen.

Anfang der 70er Jahre führten die Verhältnisse der internationalen Sicherheit dazu, dass Südkorea den Aufbau eines Atomwaffenprogramms plante. Dieses wurde jedoch auf Drängen der USA verhindert. Seit dem Ende des Koreakrieges (1950-1953) befindet sich die beiden Staaten in einer bilateralen Sicherheitsallianz. Südkorea brach sein Vorhaben ein Atomwaffenprogramm aufzubauen ab, bevor Spaltmaterial produziert worden war und unterschrieb im Jahre 1975 den Atomwaffensperrvertrag (NPT). Dennoch verfügt es weiterhin über latente Fähigkeiten zur Atomwaffenproduktion.
 
Im Januar 1992 unterzeichneten Nord- und Südkorea eine gemeinsame Erklärung über die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Darin verpflichteten sich die beiden Staaten dazu, Atomwaffen nicht zu „testen, herzustellen, produzieren, erhalten, besitzen, lagern oder einzusetzen“, und keine nukleare Wiederaufbereitungs- oder Urananreicherungsanlagen zu besitzen. Beide Staaten sind bisher daran gescheitert, die Bestimmungen über ein bilaterales Untersuchungsprogramm zu implementieren. Darüber hinaus hat Nordkorea offensichtlich die gemeinsame Erklärung verletzt, da es im Besitz von Atomwaffen ist, welches es erstmals im Jahre 2005 offen zugab, an deren Weiterentwicklung arbeitet und wiederholt, auch in jüngster Zeit Tests durchgeführt hat.

Nach dem Rückzug Nordkoreas aus dem Atomwaffensperrvertrag, begannen im Jahre 2003 die Sechs-Parteien-Gespräche, die es sich zum Ziel machten, die Atomkrise auf der koreanischen Halbinsel zu beenden. Diese Gespräche haben jedoch seit 2008 nicht mehr stattgefunden, nachdem es Uneinigkeiten bezüglich Überprüfungsmechanismen gab. Seitdem 2014 Satellitaufnahmen wieder den Verdacht von Aktivität auf einem Nukleartestgelände in Punggye-ri in Nordkorea weckten, setzt Südkorea sich stark für die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche ein.

Nach dem Atomwaffentest von Nordkorea im Februar 2013, führte das Asiatische Institut für Politikstudien eine Umfrage mit über 1 000 Südkoreanern durch, welche zeigte, dass etwa 66% eine Politik dafür waren, dass Südkorea, als Antwort auf die nordkoreanische Bedrohung seine eigenen Atomwaffen entwickeln sollte. Diese Zahl reduzierte sich laut Umfragen von Januar 2016 nach dem damaligen Atomwaffentest von Nordkorea auf etwa 53%. Dennoch besteht innerhalb der konservativen Partei der ehemaligen Präsidentin Park weiterhin eine kleine Gruppe, die sich noch immer für die Entwicklung eines südkoreanischen Atomwaffenprogramms ausspricht.

Südkorea lehnt Vorschläge der USA, einen Atomwaffenstützpunkt in Südkorea aufzubauen ab unter dem Verweis auf die Erklärung über die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Es gibt an, durch die Atomwaffen der USA ausreichend gegen die Bedrohung von Nordkorea geschützt zu sein. Im Dezember 2016 stimmte Südkorea gegen die UN-Resolution über Verhandlungen für ein Atomwaffenverbot und nahm an diesen Verhandlungen über das Verbot 2017 auch nicht teil. Als Grund hierfür nannte das Land die absolute Notwendigkeit US-amerikanischen Atomwaffen für seine Sicherheit. e

Bearbeitungsstand: Juli 2017

(Quellen: Global Security, ICAN, Crisis Group, NTI)

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