Raketensilo

Raketensilos sind unterirdisch verbunkerte Abschussvorrichtungen vorrangig für atomare Interkontinentalraketen. Sie sollen verhindern, dass durch einen gegnerischen Raketenangriff die eigenen Interkontinentalraketen vernichtet werden. Zeitgleich wurden in den 1950er Jahren in den USA, in der Sowjetunion und in Großbritannien die ersten Raketensilos eingerichtet. Der erste Start einer Rakete aus einem Silo erfolgte am 3. Mai 1961 von der Silo Launch Test Facility der Vandenberg AFB in den USA mit einer modifizierten Titan I. Ab 1963 wurden Titan-II-Raketen  in solchen Silos stationiert. Die Titan-II-Silos waren bis 300 psi Überdruck gehärtet. Als Maß für die Härtung gegen äußere Explosion wird die Einheit psi (pound-force per square inch – Pfund pro Quadratzoll) verwendet. Diese Zahl gibt an, bis zu welchem Überdruck eine Rakete im Silo geschützt ist. Ab 1964 stationierten die USA die Minuteman-Rakete in verbesserten Silos. Durch die geringere Größe der Rakete konnten diese Silos bis zu 1000 psi Überdruck gehärtet werden.
Die Sowjetunion entwickelte in den 1970er Jahren Raketensilos, in denen die Interkontinentalraketen in einem zusätzlichen Startkanister montiert waren. Bei diesem Verfahren zündete das Haupttriebwerk erst nach verlassen des Silos, so dass keine Abgase im Silo entstehen konnten. Zudem war ein schnelleres Nachladen mit einer neuen Rakete möglich. (LL)
Bearbeitungsstand: Mai 2014

zurück