Riedheim-Günzburg

ehem. Atomwaffenstandort Deutschland

Das Sondermunitionslager (SAS) Riedheim-Günzburg (48°27'11“N, 10°10'41“O) unmittelbar an der Donau in Bayern gelegen, war ca. 15 km in südwestlicher Richtung von der Stadt Ulm entfernt. Das Lager wurde 1965 in Betrieb genommen. Hier war die Mehrzahl der Atomwaffen für das II. Deutsche Korps eingelagert. Für den Weitertransport der atomaren Gefechtsköpfe in die unterstellten Divisionen (1.GebDiv., 1.LLDiv., 4.PzGrenDiv., 10.PzDiv.) war das Nachschubbataillon 220 (SW) zuständig. Von US-amerikanischer Seite wurde die Kontrolle durch die 512th USAAG und die 510th Ord. Company wahrgenommen.

Eingelagerte Munition
Zu unterschiedlichen Zeiten lagerten hier atomare Sprengköpfe für die Waffensysteme Honest John, PzHaubitze M109 (ab 1972 atomar) und M110 (ab 1960 atomar).

  • von 1965-1971 Honest John Gefechtsköpfe vom Typ W-31 mit folgender Sprengkraft: Version Mod.0 Y1: 2KT, Version Mod.0 Y2: 40KT und Version Mod.3 Y3 mit 20KT.
  • von 1972-1989 Gefechtsköpfe vom Typ W-48 für die Haubitze 155 mm mit folgender Sprengkraft: Version Mod.0: 72t, Version Mod.1: 72t.
  • von 1965-1989 Gefechtsköpfe vom Typ W-29 für die Haubitze 203 mm mit folgender Sprengkraft: Version Mod.0 Y1: 0,1KT, Version Mod.0 Y2: 0,7KT, Version Mod.0 Y3: 1,1KT, Version Mod.1: 0,8KT.

Über die Anzahl der eingelagerten atomaren Gefechtsköpfe gibt es keine Angaben. (LL)

Bearbeitungsstand: September 2011

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Honest John
siehe auch: Panzerhaubitze M 109
siehe auch: Panzerhaubitze M 110
siehe auch: Sondermunitionslager

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