RABI Isidor Isaac

1898 - 1988

Isidor Isaac Rabi, Foto: US govt

Isidor Isaac Rabi wurde am 29.07.1898 in Raymanov (Österreich) geboren. Seine Familie verließ bereits 1899 das Land und wanderte in die USA ein. 1919 machte er seinen Abschluss an der Cornell University in Chemie. Nach drei Jahren in einem nicht-wissenschaftlichen Beruf, begann Rabi 1921 ein Studium der Physik in Cornell. Dieses Studium setzte er an der Columbia University fort. 1927 erhielt er den Doktortitel für seine Arbeit über die magnetischen Eigenschaften von Kristallen. Rabi verbrachte zwei Jahre in Europa und arbeite dort mit Physikern, wie Sommerfeld, Bohr, Pauli, Stern und Heisenberg.

Als er 1929 in die USA zurückkehrte wurde er zum Dozenten für Theoretische Physik an der Columbia University ernannt. 1937 wurde Rabi dort Professor. 1940 erhielt er den Posten des Associate Director im Radiation Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Dort arbeitete er an der Entwicklung der ersten Atombombe mit.

»Im Zweiten Weltkrieg stellte der amerikanische Kernphysiker, Sohn jüdischer Einwanderer aus Galizien, sein Forschungstalent vorbehaltlos in den Dienst des Kampfes gegen Hitler. Rabi, der seinen Ruhm bahnbrechenden Erkenntnissen über die magnetischen Verhältnisse im Atomkern verdankte, stand an der Spitze des Teams, das am Massachusetts Institute of Technology die kriegswichtige Radartechnik entwickelte; 1943 wurde er als Berater in das Laboratorium von Los Alamos geholt und arbeitete an der Konstruktion der ersten Atombombe mit. Deren Zündung im Juli 1945 wurde für den Gelehrten zum Schlüsselerlebnis: "Mich überkam eine Gänsehaut, als ich mir klarmachte, was das hier für die Zukunft der Menschheit bedeutete." Mit dem Ansehen des Physik-Nobelpreisträgers wandte sich der 1967 emeritierte Rabi mit den Jahren immer schärfer gegen Politiker und Kollegen, die beim Anhäufen von atomaren Overkill-Kapazitäten Hand in Hand arbeiteten«. (Quelle: DER SPIEGEL 3/1988 vom 18.01.1988, Seite 190c)

Bekannt wurde Isidor Isaac Rabi durch seine Arbeiten zur Molekularstrahlmethode und erhielt dafür 1944 den Nobelpreis. 1945 ging er zurück nach Columbia und wurde dort Executive Officer der Physikabteilung. In späteren Jahren setzte sich stark für die friedliche Nutzung der Atomenergie ein. Bei der International Conference on Peaceful Uses of Atomic Energy (Genf, 1955) war er der Delegierte der USA und der Vizepräsident der Konferenz. 1959 wurde er Mitglied des Board of Governors, des Weizmann Institute of Science in Israel. Er starb am 11. Januar 1988 in New York. (Quelle: Christian-Albrechts-Universität, Technische Fakultät)

Bearbeitungsstand: Oktober 2008

Weitere Informationen zur Entwicklung der Atombombe

siehe auch: Los Alamos
siehe auch: Overkill

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