Rapacki-Plan

Der polnische Außenminister Adam Rapacki legte erstmals 1957 einen Plan für eine Atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa vor. Dieser Plan wurde in den folgenden Jahren mehrmals überarbeitet. Die Fassung vom 28. März 1962 hat folgenden Wortlaut:

"Das Ziel ist die Abschaffung von Kernwaffen und der Mittel zu ihrer Beförderung, sowie eine Herabsetzung der Streitkräfte und Rüstungen innerhalb eines begrenzten Gebietes. Dieses Gebiet umfasst die Volksrepublik Polen, die Tschechoslowakische Sozialistische Republik, die Deutsche Demokratische Republik und die Bundesrepublik Deutschland.

In der ersten Phase werden alle nuklearen Waffen und Raketen, die sich in diesem Gebiet befinden, „eingefroren“; das heißt, es werden dort keine neuen Stützpunkte mehr errichtet und auch keine neuen Kernwaffen oder Mittel zu deren Beförderung mehr produziert noch von außen hereingebracht.

In einer zweiten Phase werden dann gleichzeitig alle Kernwaffen und Kernwaffenträger aus dieser Zone entfernt und zwar auch die auf diesem Territorium stationierten Streitkräfte anderer Staaten. Dem schließt sich eine zu vereinbarende Herabsetzung der Streitkräfte innerhalb dieser Zone an, verbunden mit einer angemessenen Verminderung der herkömmlichen Bewaffnung.

Um die Durchführung dieser Abrüstungsmaßnahmen zu gewährleisten, werden Vorkehrungen für ein System strenger internationaler Kontrolle und Inspektion getroffen zu Lande und in der Luft, einschließlich der Errichtung entsprechender Kontrollposten." („Information für Abrüstung“, Nummer 2, München 1963)

Bearbeitungsstand: Oktober 2006

zurück