Peacekeeper-Rakete

engl.: Peacekeeper missile, MX missile

Die Peacekeeper (auch MX-Rakete) war eine vierstufige Interkontinentalrakete, die aus unterirdischen Silos abgefeuert wurde. Sie konnte bis zu elf Wiedereintrittskörper (Re-entry Vehicle) vom Typs Avco MK 21 tragen, in denen sich bis zu zehn Atomsprengkörper befanden. Mit der Peacekeeper konnten individuelle Ziele angegriffen werden. Diese Rakete verfügte über die höchste Treffgenauigkeit aller US-amerikanischen Interkontinentalwaffen.

Die einzelnen Atomsprengkörper wurden während des Fluges in einem speziellen Wiedereintrittskörperträger transportiert. Im Zielgebiet konnten die Wiedereintrittskörper einzeln auf ihre jeweilige ballistische Flugbahn eingesetzt werden.

In Zeiten des Kalten Krieges zielten diese Raketen vorrangig auf Ziele in der ehemaligen Sowjetunion. Weil ihr Standort an Land dem potentiellen Gegner bekannt war, waren sie selbst Ziele für sowjetische Interkontinentalraketen. Daher stationierten die US-Streitkräfte einen Teil ihrer Nuklearraketen an Bord von U-Booten der Ohio-Klasse, die versteckt durch die Weltmeere tauchten.

Die Peacekeeper war Teil des Abrüstungsprogramms von strategischen Nuklearwaffen im Rahmen des START-II-Vertrags (Strategic Arms Reduction Treaty). Im Oktober 2002 begann die US-Air Force mit der Reduzierung des Waffensystems. Im September 2005 wurde die letzte Peacekeeper deaktiviert.

Technische Daten

Antrieb: Stufe 1-3: Festbrennstoff
Stufe 4: lagerfähiger Flüssigtreibstoff
Maße: Länge gesamt: 21,8 m
Durchmesser: 2,3 m
Gewichte: Gesamtgewicht: ca. 88.450 kg
Reichweite: 9700 km
Geschwindigkeit: 15.000 Meilen pro Stunde (ca. 20fache Schallgeschwindigkeit)
Flughöhe: ca. 215 km (700.000 Fuß)
Zielgenauigkeit: 120 m (Circular Error Probable)
Sprengköpfe: W-87 Sprengkopf 300KT

Bearbeitungsstand: Februar 2007

siehe auch: CEP-Wert

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