Pershing-II-Rakete

engl.: Pershing II Missile

Als Folge des NATO-Doppelbeschlusses wurden ab 1983 insgesamt 120 Pershing-II-Raketen in der Bundesrepublik Deutschland stationiert. Dabei handelte es sich um 108 Einsatzraketen mit atomaren Sprengköpfen und weiteren 12 Trainingsraketen für Ausbildungs- und Übungszwecke, die nicht verschossen werden konnten. An den Standorten Heilbronn, Inneringen und Kettershausen (alle in Baden-Württemberg) wurden jeweils 36 Raketen stationiert. Die Pershing-II war eine zweistufige Feststoff angetriebene Boden-Boden-Rakete mit einem atomaren Gefechtskopf vom Typ W85. Dieser Gefechtskopf verfügte über eine variable Sprengkraft von 0.3 bis 80 Kilotonnen. Als Ergebnis des 1987 abgeschlossenen INF-Vertrages wurden alle Pershing-II-Raketen aus Europa abgezogen und bis Mai 1991 zerstört. Der Gefechtskopf W85 fiel nicht unter die Abrüstungsvereinbarungen des INF-Vertrages. Er wurde umgestaltet und in die Atombomben vom Typ B61-10 integriert. Bei diesem Typ handelt es sich um schwere Fliegerbomben, die bis heute noch in Deutschland am Fliegerhorst Büchel stationiert sind. (LL)

Bearbeitungsstand: März 2009

siehe auch: Büchel
siehe auch: INF-Vertrag
siehe auch: NATO-Doppelbeschluss
siehe auch: Ramstein
siehe auch: Sprengkraft

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