Ostbevern-Schirlheide

ehem. Atomwaffenstandort Deutschland

Das Sondermunitionslager Ostbevern-Schirlheide (52°00'31“N, 7°51'09“O) lag ca. 16 km nordöstlich der Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen. Hierbei handelte es sich um ein sogenanntes atomares „Versorgungslager Munition“ (VLM). Diese größeren Sonderwaffenlager verfügten in der Regel über mindestens neun erdbedeckte Munitionslagerhäuser und dienten der Bevorratung und Belieferung der in der Nähe stationierten atomaren Verbände mit ihren kleineren Sonderwaffenlagern (SAS). In Ostbervern-Schirlheide war ausschließlich atomare Munition für die britische Armee eingelagert. Der für den Transport zuständige Verband war das britische 8th ArtSupRegt, das in Münster-Coerde stationiert war. Der Transport der Sondermunition erfolgte als „Air Mission“ in der Regel auf dem Luftweg. Zuständig war das 22nd US-amerikanische Aviation Detachment, das mit den zweimotorigen Transporthubschraubern vom Typ Vertol CH-47 “Chinook“ ausgestattet war. Die Maschinen waren in der Lage, in den jeweiligen inneren Sicherheitsbereichen direkt vor den Munitionsbunkern zu landen.

In Ostververn-Schirlheide waren zu unterschiedlichen Zeiten folgende atomaren Gefechtsköpfe eingelagert:

Honest John Gefechtsköpfe vom Typ W-31 mit folgender Sprengkraft:

Version Mod.0 Y1: 2.000 t
Version Mod.0 Y2: 40.000 t
Version Mod.3 Y3: 20.000 t

Lance Gefechtsköpfe vom Typ W-70 mit folgender Sprengkraft:

Version Mod.0: 1.000 t
Version Mod.1: 10.000 t
Version Mod.2: 100.000 t
Version Mod.3: 750 t
Version Mod.4: 1.250 t

Gefechtsköpfe vom Typ W-33 für die Haubitze 203 mm mit folgender Sprengkraft:

Version Mod.0 Y1: 500 t
Version Mod.1 Y2: 40.000 t
Version Mod.1 Y3: 10.000 t
Version Mod.1 Y4: 5.000 t

Gefechtsköpfe vom Typ W-29 für die Haubitze 203 mm mit folgender Sprengkraft:

Version Mod.0 Y1: 100 t
Version Mod.0 Y2: 700 t
Version Mod.0 Y3: 1.100 t
Version Mod.1: 800 t

Gefechtsköpfe vom Typ W-48 für die Haubitze 155 mm mit folgender Sprengkraft:

Version Mod.0: 72 t
Version Mod.1: 72 t.

Über die Anzahl der eingelagerten Gefechtsköpfe gibt es keine konkreten Angaben. (LL)

Bearbeitungsstand: Juli 2011

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