Mutlangen

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Blockade in Mutlangen

Das US-Sonderwaffenlager Mutlanger Heide (48°48’54”N, 09°48’22”O) unmittelbar am südlichen Ortsrand von Mutlangen gelegen, befand sich nur knapp 2 km nördlich der Stadt Schwäbisch Gemünd in Baden-Württemberg. Als am 25. November 1983 als Folge des NATO-Doppelbeschlusses die ersten Pershing-II-Raketen in Deutschland eintrafen, wurden diese unverzüglich in das Depot (MSA, Mutlangen Storage Area) gebracht.

Insgesamt kamen 108 Pershing-II-Raketen mit den dazugehörigen Gefechtsköpfen nach Deutschland. Ferner wurde 12 Trainingsraketen (nicht einsetzbar und ohne atomare Gefechtsköpfe) für Ausbildungs- und Übungszwecke der zuständigen Artillerieeinheiten geliefert.

Von Mutlangen aus wurden die Pershing-II-Raketen (jeweils 36 Stück) an die drei Einsatzorte: Inneringen (48°10’39”N, 09°17’14”O), Kettershausen (48°12’36”N, 10°14’36”O) und Waldheide-Heilbronn (49°07’44”N, 09°16’30”O) weitergeleitet.

Die Stationierung der Pershing-II-Raketen führte zu heftigen Protesten und Blockaden durch die Friedensbewegung. In Mutlangen blockierten Demonstranten wiederholt die Zufahrt zu den US-Einrichtungen. Unter den Demonstranten waren auch zahlreiche bekannte Namen wie Oskar Lafontaine, Walter Jens sowie Petra Kelly. Sie alle versammelten sich unter dem Slogan „Unser Mut wird langen – nicht nur in Mutlangen“.

Nach Ende des Kalten Krieges wurde das Lager geräumt und das Gelände an die Gemeinde Mutlangen übergeben. (LL)

Beabeitungsstand: November 2009

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Kalter Krieg
siehe auch: NATO-Doppelbeschluss
siehe auch: Pershing-II-Rakete

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