Münster-Handorf

ehem. Atomwaffenstandort Deutschland

Im Rahmen der großräumigen Luftverteidigung Europas während der Zeit des Kalten Krieges, waren auch die niederländischen Streitkräfte mit mehreren Verbänden an dem, quer durch Deutschland verlaufenden, Nike-Herkules Flugabwehrgürtel beteiligt. Dieses Waffensystem hätte im Ernstfall, zur Abwehr der östlichen Bomberflotten, über dem eigenen Territorium in großer Höhe Nuklearexplosionen ausgelöst. 1988 kam das Ende dieser Phase – aufgrund eines NATO-Beschlusses hat man die zugeordneten Nuklearwaffen abgezogen.

ehem. Atomwaffenstandort Münster-Handorf. Bild: Digital GlobeDie ehemalige niederländische Nike Feuerstellung (Launching Area) Münster-Handorf (51°59'49“N, 07°44'06“O) lag auf einem ehemaligen Fliegerhorst ca. 8 km nordöstlich der Stadt Münster in Nordrhein-Westfalen. Hier war ab 1959 die B-Battery des 119. Squadrons stationiert, die vom  Alpha-Team der 509th Artillery Detachment/USAAD unterstützt wurde. (LL)

In der Stellung waren ständig atomare Flugabwehrraketen vom Typ Nike stationiert. In der Regel  waren zwei Versionen von Atomsprengköpfen in der Stellung vorhanden. Die kleinere, mit der Bezeichnung B-XS, hatte eine Sprengkraft von 2 Kilotonnen. Die größere B-XL besaß ursprünglich 40 KT Sprengkraft. Letztere wurden in den 1970er Jahren gegen Sprengköpfe zu 20 KT ausgetauscht. Maximal waren je Stellung zehn Nuklearsprengköpfe vorhanden, acht mit der Stärke XS mit 2 Kilotonnen und zwei XL mit 40/20 Kilotonnen Sprengkraft. (Jürgen Dreifke)

Die Raketenbatterie war bis 1975 aktiv. Im Rahmen einer Umstrukturierung wurde die Nike-Batterie aus Handorf abgezogen. Heute wird das Gelände von der Bundeswehr als Standortübungsplatz genutzt. (LL)

Bearbeitungsstand: Juni 2012

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Nike-Herkules
siehe auch: KT-Wert


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