Minuteman

Minuteman III im Raketen-Silo. Copyright:  U.S. federal government, via Wikimedia Commons

US-amerikanische Interkontinentalrakete (ICBM), die in der modernsten Version (Minuteman III) über drei einzeln lenkbare Atomsprengköpfe von 170 KT (Typ W-62/MK 12, neuerdings ersetzt durch W-87/SERV) oder 335 KT (Typ W-78/MK 12A), Vernichtungsenergie verfügt. Bei Ausfall der Startkontrollzentren am Boden, können die Raketen auch von einem Kontrollzentrum aus der Luft gestartet werden. Die Zielgenauigkeit (CEP) der Sprengköpfe liegt bei einer Reichweite von mindestens 13.000 km über das Satellitennavigationssystem Navstar bei weniger als 30 Meter. (LL) 

Die Atomraketen der Air Force stehen seit mehr als 50 Jahren für überraschende Kriege bereit. Um für den finalen Atomkrieg gegen Russland und China gerüstet zu sein, wollen die USA ihre Interkontinentalraketen vom Typs Minuteman III modernisieren.

Die Raketen

Die landgestützten Atomraketen der US Air Force sind alle vom gleichen Typ Minuteman III. Es sind Intercontinental Ballsitic Missiles / ICBMs (interkontinentale ballistische Raketen). Aus ihrem Namen geht hervor, dass sie eine globale Reichweite und eine dreistufige Flugbahn haben: Die erste Stufe befördert sie durch die Erdatmosphäre, die zweite durch den Weltraum und die dritte zurück durch die Erdatmosphäre auf ihr Ziel.

Die USA haben 450 dieser Raketen, die jeweils bis zu drei Atomsprengköpfe tragen können. Sie werden durch ein unabhängiges Navigationssystem über sich selbst regulierende Bewegungs- und Rotationssensoren zu ihren Zielen geführt. Jede Minuteman III ist in einem eigenen unterirdischen Silo aus "gehärtetem Beton" untergebracht, und soll einen gegnerischen Atomschlag unbeschädigt überstehen können. Der Raketensilo ist über ein Kommunikationskabel mit einem separaten, ebenfalls unterirdischen Start-Kontrollzentrum verbunden. 

Die Bedienungsmannschaften

Die Besatzung eines unterirdischen Start-Kontrollzentrums besteht aus jeweils zwei Raketenschützen, die für 10 Raketen verantwortlich sind. Die beiden Raketenschützen werden nach einem "24-stündigen Wachdienst" von zwei anderen abgelöst. Weil die Raketen jederzeit einsatzbereit sein müssen, sind die Start-Kontrollzentren an allen 365 Tagen eines Jahres rund um die Uhr besetzt.

Die Raketenbasen

Die Interkontinentalraketen sind auf drei Basen der Air Force verteilt: auf die Air Bases Malmstrom in Montana, F.E. Warren in Wyoming und Minot in North Dakota. Auf jeder dieser Basen sind jeweils 150 Minuteman III und drei Squadrons (Staffeln) als Bedienungsmannschaften stationiert; eine Squadron ist also für 50 Raketen zuständig. Die Start-Silos sind mindesten 3 Meilen (4,8 km) voneinander und von den Start-Kontrollzentren entfernt, damit möglichst viele einen gegnerischen Atomangriff unversehrt überstehen.

Die Raketeneinheit untersteht einem Zweisterne-General, dem Chef der 20th Air Force. Dieser erhält seine Befehle von einem Dreisterne-General, der das Air Force Global Strike Command auf der Barksdale Air Force Base in Louisiana befehligt und dem neben den ICBMs auch die Atombomber der Typen B-2 und B-52 unterstehen.

Zur Geschichte

Die ersten Minuteman III wurde 1970 aufgestellt. Sie gehören zur dritten Minuteman-Generation. Die erste Generation wurde im Oktober 1962 während der Kubakrise in Dienst gestellt. Die Minuteman II war ab 1966 einsatzbereit, und die gegenwärtige Version wurde nach offiziellen Angaben der Air Force zur ICBM-Geschichte ab Dezember 1970 auf der Minot Air Base installiert.

ICBMs wurden bisher nur zu Testzwecken gestartet. 

Die Zukunft

Die Obama-Regierung hat sich dafür entschieden, 50 der 450 Minuteman-Raketen bis Februar 2018 auszumustern; die verbleibenden (400 Raketen) bilden auch weiterhin eine Säule der "Triade" der strategischen Atomstreitkräfte der USA – neben den Atombombern und den atomar bewaffneten U-Booten mit Atomantrieb. 

Weil die Raketen schon lange ihre ursprünglich geplante 10-jährige Einsatzfähigkeit überschritten haben und dringend modernisiert werden müssen, plant die Air Force bereits eine ganze Reihe von "Upgrades", um das Waffensystem für mindestens 40 weitere Jahre funktionsfähig zu halten.

(Quelle: Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein, LP 111/14 – 30.07.14)

Bearbeitungsstand: August 2014 

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