Montebello-Beschluss

engl.: Montebello Decision on reductions of Nuclear Forces

Im Oktober 1983 fand eine Ministersitzung der Nuklearen Planungsgruppe (NPG) der NATO in Montebello statt. Der während der Tagung gefasste Beschluss (Montebello-Beschluss) sah eine weitere drastische Reduzierung der nuklearen Gefechtsköpfe der NATO in Europa vor, und zwar um 1400 Gefechtsköpfe spätestens bis Ende 1989. Die in Europa gelagerten Atomminen (ADM) und das atomare Luftverteidigungssystem Nike wurden in Folge des Beschlusses vollständig abgezogen. Zusammen mit den 1000 nuklearen Gefechtsköpfen, die bereits 1980 aus Europa abgezogen worden waren, verringerte sich das Nuklearpotential der NATO in Europa um ca. 30 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit den 1960er Jahren.

Im Kommunique der NATO-Ratstagung vom 27./28.10.83 heißt es aber auch: »Damit dieser auf ein Mindestmaß zurückgeführte Bestand [an Nuklearwaffen] den bestmöglichen Beitrag zur Abschreckung leisten kann, müssen sowohl die Trägersysteme als auch die Gefechtsköpfe überlebensfähig, reaktionsfähig und wirksam sein. In dieser Erkenntnis haben die Minister sich über eine Reihe von möglichen Verbesserungen verständigt«. (Bulletin, 3. November 1983, Nr. 115, S. 1047).

In Montebello wurde also nicht nur der Abzug von 1400 veralteten Atomsprengköpfen festgelegt, sondern auch die weit reichende Modernisierung des verbleibenden Bestandes beschlossen. (LL)

Bearbeitungsbestand: März 2009

zurück