M51-Rakete

engl.: M-51 missile

Protestplakat gegen die M51-Rakete, Grafik: Greenpeace

Am 9. November 2006 hat Frankreich seine neue M51-Atomrakete (SLBM) erstmals getestet. Sie soll ab 2010 die älteren Typen M45 und M4 ersetzen. Sie soll sechs atomare Sprengköpfe tragen können. Entwickelt und gebaut wird die neue Waffe vom europäischen Rüstungsriesen EADS. (Quelle: www.imi-online.de)

Die tatsächliche Reichweite der M51 ist Militärgeheimnis. Schätzungen gehen von 6.000 bis 9.000 km aus. Als sicher scheint jedenfalls, dass die neue Rakete mindestens 2.000 km weiter reichen wird, als die zurzeit verwendete M45. Womit Frankreich mit den aktuellen Reichweiten der amerikanischen und russischen Interkontinentalraketen mithalten könnte.

Die M51 wiegt 56 Tonnen (50 % mehr als ihre Vorläuferin), ist 12m hoch und 2,3m breit. Für das neue » Schmuckstück « der französischen Abschreckung wird der Steuerzahler ganz schön tief in die Tasche greifen müssen: Das Verteidigungsministerium beziffert die Kosten für das M51-Programm mit stolzen 8,5 Milliarden Euro. 50-60 Raketen sollen gebaut werden, wobei eine Rakete mit 150 Millionen Euro veranschlagt wird. Noch dazu sind die Atomsprengköpfe im Preis nicht inbegriffen, der selbstverständlich ebenfalls Militärgeheimnis bleibt. Um die Rechnung ein wenig verdaulicher zu gestalten, läuft das Raketenprogramm bereits seit 1992, um 2010 dann dem gerade in Bau befindlichen Atom-U-Boot "Le Terrible" (der Schreckliche) die interkontinentale nukleare Reichweite zu verleihen. Doch der abschreckenden Ausgaben nicht genug: Die Kosten für den Bau des neuen SSBN belaufen sich ihrerseits auf 2,5 Milliarden Euro. Interessanterweise hat noch kein einziger der aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten Sparmaßnahmen beim nuklearen Verteidigungsbudget in Aussicht gestellt.

Derweilen soll die M51 ab 2010 durch ihre versprochene Präzision eine größere » operationelle Flexibilität « ermöglichen, wie es der erneuerten französischen Nukleardoktrin entspricht. Man müsse nämlich » regionale Mächte « im nuklearen Visier haben. Diese »gestaffelte Abschreckung«, wie Präsident Chirac es nannte, soll es Frankreich erlauben, » neuralgische Zentren « ins Herz zu treffen. Als »letzte Warnung« sozusagen. Die hierfür benötigte Präzision der M51 soll trotz ihrer größeren Reichweite durch ein neues Navigationssystem erreicht werden, das die Position der Rakete in Bezug auf die Position der Sterne berechnet. Jeweils 3 der 4 Atom-U-Boote der Nation werden gleichzeitig mit 16 M51 bestückt sein können, wobei jede Rakete über 4-6 » Minisprengköpfe « (TN75) zu je 150 Kilotonnen verfügen wird. Der nukleare Sprengkopf TN75 bestückt schon die jetzige M45-Rakete. Nach 2010 soll dann der brandneue Nuklearsprengkopf TNO (ozeanischer Nuklearsprengkopf) zum Einsatz kommen. (Quelle: www.heise.de)

Bearbeitungsstand: Mai 2008

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