Macheffekt

engl.: mach stem, mach wave, mach front

Erreicht nach einer Atombombendetonation die Stoßwelle die Erdoberfläche, so wird sie an dieser reflektiert. Durch die Tatsache, dass sich die reflektierte Stoßwelle in einer Luft bewegt, die bereits durch die direkte Stoßwelle erhitzt wurde, besitzt die reflektierte Welle eine höhere Geschwindigkeit. Damit ist sie in der Lage, der direkten Welle „nachzulaufen“, sie einzuholen und sich mit ihr zu vereinigen.

Durch die Überlagerung der beiden Stoßfronten kommt es zu einer verstärkten Wirkung im Ziel. Man spricht vom Mach-Effekt. Aus diesem Grund gibt es für die Zerstörung eine optimale Detonationspunktentfernung bzw. Detonationshöhe, wo der Schaden am größten ist.

Die beschriebene Stoßwelle kann nun die Zerstörung eines Zieles auf folgende zwei unterschiedliche Arten herbeiführen:

1. Durch den Überdruck:
Der Überdruck der Druckspitze zerquetscht gleichsam das Ziel.

2. Durch den dynamischen Druck (Sturmwind):
Infolge der vergleichsweise langen Dauer der beiden Druckphasen (Druck bzw. Sog) kommt es während deren Ausbildung zu einer starken Luftströmung - zu einem Sturmwind. Trifft dieser beispielsweise auf eine Gebäudemauer, so wird durch den entsprechenden Staudruck bzw. dynamischen Druck die Mauer zum Einstürzen gebracht.

Der Staudruck erreicht in der Regel nicht den absoluten Druck der Druckspitze. Seine zeitliche Dauer ist allerdings wesentlich größer. Besonders verheerend wirkt sich die Tatsache aus, dass der Sturmwind nach einer Zeit, die im Sekundenbereich liegt, seine Richtung umkehrt (durch die Sogphase).

Es hängt nun von der Art des Zieles ab, welche der beiden Wirkungen das Ziel überwiegend zerstört. Ein im Freien abgestelltes Flugzeug wird beispielsweise durch den Sturmwind (dynamischer Druck) zerstört. Befindet es sich jedoch in einem Schutzbunker, so ist für die Zerstörung der Überdruck ausschlaggebend. (Gerd Hartmut Lorenz: Aufbau und Wirkung Nuklearer Sprengkörper, München 2005)

Bearbeitungsstand: Dezember 2005

zurück