Matador-Marschflugkörper

engl.: Matador Cruise Missile

Martin Matador cruise missile, Warner-Robbins Air Museum, Georgia, Foto: Greg Goebel

Der Matador-Marschflugkörper war das erste atomwaffenfähige System dieser Art, das die US-Streitkräfte beginnend ab 1958 in Deutschland stationierten. Der Flugkörper ähnelte einem unbemannten, mit Stahlturbinen ausgerüsteten Flugzeug und konnte sowohl mit einem konventionellen als auch mit einem nuklearen Gefechtskopf eingesetzt werden. Die konventionelle Version war wegen unzureichender Treffgenauigkeit jedoch nicht sinnvoll. Das System war mit einem Kommandolenkverfahren ausgerüstet, das eine Radar-Sichtverbindung voraussetzte, wodurch die Einsatzmöglichkeiten eingeschränkt wurden. Der Flugkörper wurde von einem Transportanhänger mit Unterstützung einer Starthilfsrakete (Booster) gestartet. Der Flugkörper bewegte sich mit einer konstanten Fluggeschwindigkeit. Erst bei Annäherung an das geplante Ziel erfolgte eine Aktivierung der Zündsysteme des Gefechtskopfes. Das Waffensystem war mit dem Nukleargefechtskopf W5 bestückt, der über eine Sprengkraft von 50 KT verfügte.

Im Mai 1954 wurde die erste Matador in Bitburg stationiert, später auch in Sembach und Hahn (Rheinland-Pfalz). Bis einschließlich 1962 waren insgesamt 72 Matador-Flugkörper in ständiger Gefechtsbereichtschaft. Ab 1962 begann die Ausmusterung der Matador, die durch die Pershing-I-Rakete ersetzt wurde.

Technische Daten:

Länge: 12,1 m

Durchmesser: 120 cm

Spannweite: 8,7 m

Gewicht: 5.400 kg

Geschwindigkeit: 0,9 Mach

Gipfelhöhe: 10,6 km

Reichweite: max. 1.000 km

Sprengkopf: konventionell möglich, in der Regel W5 mit 50 KT

(Quelle: Mindling/Bolton: U.S. Air Force Tactical Missiles 1949-1969)

Bearbeitungsstand: November 2010

siehe auch: Gefechtskopf
siehe auch: Marschflugkörper
siehe auch: Treffgenauigkeit

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