Landsberg-Kaufering

ehem. Atomwaffenstandort Deutschland

Das ehemalige Atomwaffenlager Landsberg-Kaufering (48°04'51“N, 10°51'44“O) lag ca. 4 km nördlich der Stadt Landsberg am Lech in Bayern. In diesem Lager waren bis 1973 die atomaren Sprengköpfe für die in Garmisch-Partenkirchen stationierte  1. Gebirgsdivision gelagert. Zu diesem Zweck wurde eine ehemalige Pulverfabrik in der Gemarkung Landsberg-Kaufering als SAS-Lager zweckentfremdet.
Bei den Gefechtsköpfen handelte es sich im Einzelnen um die Atomwaffen für das Gebirgs-Artillerieregiement 8 in Landsberg, dem das GebArtBtl 81 in Kempten und das GebRakArtBtl 82 in Landsberg unterstanden. Das  GebArtBtl 81 verfügte über eine Batterie atomwaffenfähiger Panzerhaubitzen M110 vom Kaliber 203 mm. Das GebRakArtBtl 82 verfügte ab 1960 über drei Batterien und insgesamt sechs Raketenwerfer der Kurzstreckenrakete "Honest John". Später wurden zwei Raketenwerfer "Honest John" je Bataillon außer Dienst gestellt. Zusätzlich verfügte die Division in einem Artilleriebataillon über eine Batterie mit atomwaffenfähigen Panzerhaubitzen M 109 vom Kaliber 155 mm.
Bei der eingelagerten Munition handelte es sich um:

  • Gefechtsköpfe für die taktische Kurzstreckenrakete »Honest John« (bis 1980)
  • Artilleriegranaten Kaliber 203 mm für die »schwere« Panzerhaubitze M 110 der Divisionsartillerie (ab 1960 atomar)
  • Artilleriegranaten Kaliber 155 mm für die Panzerhaubitze M 109 der Brigadeartillerie (ab 1972 atomar)

Das Lager wurde 1973 geräumt und die Munition in das neu errichtete SAS Landsberg-Leeder verbracht. (LL)

Bearbeitungsstand: März 2012

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Honest John
siehe auch: Landsberg-Leeder
siehe auch: Panzerhaubitze M 109
siehe auch: Panzerhaubitze M 110
siehe auch: Sondermunitionslager

zurück