Kettershausen

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Fort von Steuben, Lehmgrube, Foto: 1985 Jahrbuch, 1. Battalion, 81. FA

Die Bereitschaftsstellung Kettershausen (48°12’36”N, 10°14’36”O) befand sich etwa 9 km östlich der Stadt Illertissen in Baden-Württemberg. Sie wurde in der Zeit des Kalten Krieges als QRA-Stellung (Quick Reaction Alert) der US Armee genutzt. In der sogenannten Lehmgrube mit dem Spitznamen „Von Steuben“ war zunächst von 1969 bis Juli 1983 eine Pershing-IA-Raketenstellung des in Neuulm stationierten 81. Field Artillery Regiments der US-Armee mit neun einsatzbereiten Raketen, bestückt mit atomaren Gefechtsköpfen. Die Sprengköpfe vom Typ W50 verfügten über unterschiedliche KT-Werte von 60, 200 oder 400 KT.

Als Folge des NATO-Doppelbeschlusses wurde „Von Steuben“ ab 1983 eine von drei Stellungen in Deutschland, in denen stets einsatzbereite, mit nuklearen Gefechtsköpfen bestückte Pershing-II-Raketen stationiert waren, die innerhalb kürzester Zeit hätten gestartet werden können. Die Sprengköpfe vom Typ W85 verfügten über variabel einstellbare KT Werte von 5 bis 80 KT.

Von den jeweils 36 stationieren Raketen waren 12 in der QRA-Stellung ständig abschussbereit, 12 weitere wurden auf mobilen Lafetten von LKWs gezogen und konnten beliebig in der Landschaft bewegt werden und nach dem Feuerbefehl des SACEUR (Supreme Allied Commander in Europe) über das mitgeführte Feuerleitstellenfahrzeug abgeschossen werden. 12 weitere Raketen waren in Reserve im Bunker der Basis untergebracht. (LL)

Bearbeitungsstand: Dezember 2009

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: KT (Kilotonne)
siehe auch: NATO-Doppelbeschluss
siehe auch: Pershing-Rakete
siehe auch: Pershing-II-Rakete
siehe auch: QRA-Stellung
siehe auch: SACEUR

 

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