Ivy Mike

US-Atomtest

Atomtest Ivy Mike 1952, Foto: US Govt

Um 7.15 Ortszeit am 1. November 1952 wurde die erste Wasserstoffbombe der USA erfolgreich gezündet. Der oberirdische Atomtest wurde auf Elugelab, einer  Insel des Eniwetok-Atolls, das zu den Marshall-Inseln im Pazifischen Ozean gehört, durchgeführt. Die Explosion hatte eine Sprengkraft von 10,4 Megatonnen, wesentlich stärker als erwartet. Damit war sie zum damaligen Zeitpunkt die größte, gegenwärtig ist sie die viertgrößte Atombombe, die jemals von den USA getestet wurde.

Der Test wurde „Mike“ oder „Ivy Mike“ genannt. Der Sprengkopf selbst hatte aufgrund seiner Form den Codenamen „Sausage“ (Wurst), war 6,19 Meter hoch und maß 2,03 Meter im Durchmesser. Es war die erste „echte“ H-Bombe, in der, nach dem Teller-Ulam-Prinzip, der Sprengsatz stufenweise implodierte. Der Primärzünder war eine herkömmliche Atombombe mit 50 Kilotonnen Sprengkraft, die unter Kernfission explodierte und dadurch als Zünder für die zweite Stufe diente: einer Kernfusion. Das Fusionsmaterial (flüssiges Deuterium) selbst war in einem doppelt isolierten Gefäß untergebracht, in dessen Zentrum sich eine „Zündkerze“ aus Plutonium, gefüllt mit Tritium, befand. Umhüllt war das Fusionsmaterial mit einem fünf Tonnen schweren Mantel aus Natururan. Der Sprengkopf wog insgesamt 82 Tonnen. Auf Elugelab war eine sechs Stockwerke hohe Halle errichtet worden, in der die Bombe untergebracht wurde.

Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von 40 km und eine Breite von rund 100 km. Der Stamm war 15 km hoch.

Die Insel Elugelab, eine kleine, weniger als einen Quadratkilometer große Insel im Norden des Atolls, wurde von der Explosion komplett zerstört. Das Eniwetok-Atoll wurde durch den starken Fallout für lange Zeit radioaktiv verseucht. Die Seevögel litten an Strahlenkrankheit. Weitere 43 Kernwaffenexplosionen folgten auf dem Eniwetok-Atoll, so dass die Inseln mehrmals stark radioaktiv verstrahlt wurden.

Nach dem erfolgreichen Test soll Edward Teller ein Telegramm mit der Nachricht „Es ist ein Junge“ an seine Kollegen in Los Alamos geschickt haben. Teller galt als „Vater der Wasserstoffbombe“ und besichtigte den Test auf einem Seismograph in Livermore Labor in den USA. xh (Quellen: Nuclear Weapon Archive; Interview mit Edward Teller)

Bearbeitungsstand: Oktober 2012

siehe auch: Eniwetok-Atoll
siehe auch: MT (Megatonne)
siehe auch: TELLER Edward
siehe auch: Teller-Ulam-Prinzip
siehe auch: TNT (Trinitrotoluol)
siehe auch: Wasserstoffbombe

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