ICAN

International Campaign to Abolish Nuclear weapons

Die internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) ist eine globale Bürgerinitiative, die ürsprünglich von der IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) 2007 ins Leben gerufen wurde. ICAN hat sich zum Ziel gesetzt, die Zivilgesellschaft und weltweit Regierungen für das konkrete Ziel eines globalen Vertrages zur Abschaffung von Atomwaffen zu sensibilisieren und zu mobilisieren. Dafür arbeitet sie in einer Koalition mit einem breiten Spektrum an humanitären, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen zusammen. Derzeit sind über 360 Partnerorganisationen in 93 Ländern der Welt für die Kampagne aktiv.

Mit der Kampagne soll die Debatte über Atomwaffen neu ausgerichtet werden: Die katastrophalen Auswirkungen von Atomwaffen auf die Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt sollen im Zentrum der Diskussion über nukleare Abrüstung stehen. Als Konsequenz dieser Auswirkungen fordert ICAN Regierungen auf, über einen Verbotsvertrag zu verhandeln—auch ohne die Atomwaffenstaaten. Die Kampagne sieht sich als Vertreterin der überwältigende Mehrheit der Weltbevölkerung und Regierungen, die eine Welt ohne Atomwaffen erstrebe. Ausserdem besteht eine rechtliche Verpflichtung über das Verbot und die Abschaffung von Atomwaffen zu verhandeln laut dem 1996 Gutachten des Internationalen Gerichtshofs.

» Weitere Informationen über Initiativen gegen Atomwaffen

Bearbeitungsstand: Januar 2015

IAEO

engl.: International Atomic Energy Agency (IAEA)

Die Internationale Atomenergie Organisation, IAEO wurde 1957 mit Sitz in Wien gegründet. Es handelt sich dabei um eine Sonderorganisation der UNO zur weltweiten Kontrolle kerntechnischer Anlagen und des Atomwaffensperrvertrags. Inspektoren führen Kontrollen in zirka 60 Staaten durch (zum Beispiel im Irak). Das wichtigste Organ ist die Generalkonferenz der 153 Unterzeichnerstaaten. Geleitet wird die IAEO durch den Gouverneursrat und einen Generalsekretär.

Wichtigste Aktivitäten sind:

  • die Förderung der Kooperation in Kerntechnik und -forschung,
  • die Förderung der friedlichen Nutzung der Kernenergie,
  • der Austausch wissenschaftlich-technischer Erfahrungen durch Förderungsprogramme,
  • die Bereitstellung technischer Materialien und Dienstleistungen,
  • die Erstellung von Richtlinien und Empfehlungen für Reaktorsicherheit, Strahlenschutz und physische Sicherheit von Kernmaterial.

Im Oktober 2005 erhielt die IAEO den Friedensnobelpreis. Das Nobelkomitee in Oslo begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass die UNO-Organisation und ihr Direktor (Mohammed el Baradei) in einer Zeit zunehmender atomarer Bedrohung »von unschätzbarer Bedeutung« seien.

Kritisiert wurde die Preisverleihung von atomenergiekritischen Organisationen. Eine Behörde deren Ziel es sei, den Ausbau der Atomenergie weltweit zu beschleunigen und auszuweiten, wie es im IAEO-Statut steht, trage nicht zu einer friedlichen und gesunden Welt bei, lautet das Argument der Kritiker. (LL)

Bearbeitungsstand: Mai 2007

ICBM

engl.: Intercontinental Ballistic Missile (ICBM)

Interkontinentale ballistische Flugkörperraketen sind alle landgestützten und von fest installierten oder mobilen Startanlagen aus zu startende Raketen, die einen Gefechtskopf in ein Ziel in interkontinentaler Entfernung transportieren können. Interkontinentale Raketen fliegen ihr Ziel nach Verlassen der Erdatmosphäre auf einer elliptischen Flugbahn an. Sie bestehen aus der Antriebsstufe, einem oder mehreren Wiedereintritts-Tochtergefechtsköpfen und - im Falle von mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgestatteten Raketen – einem Muttergefechtskopf (Post-Boost-Vehicle = PBV). Im Sinne von SALT-II gelten als Interkontinentalraketen alle landgestützten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 km (LL).

Bearbeitungsstand: Januar 2006

Idenheim

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Rakete wird für Transport geladen, Foto: Mace B Website

Die Mace Feuerstellung Idenheim (49°53'20”N, 6°33'33”O) lag ca. 9 km südlich der Stadt Bitburg. Sie war eine von insgesamt zwei in Deutschland errichteten stationären unterirdischen verbunkerten Abschussanlagen in der Eifel. Die baugleichen Stellungen bei Rittersdorf („Launch site 7“) und bei Idenheim („Launch site 8“) waren mit jeweils acht Flugkörpern des modifizierten Typs TM-76B bestückt, die über den atomaren Gefechtskopf W-28 mit einer Sprengkraft von 1,1 MT verfügten.

ehem. Atomwaffenstandort Idenheim. Bild: Digital GlobeDie Bunkeranlagen wurden von 1963 bis 1969 als Mace Feuerstellungen genutzt. Danach wurde die Feuerstellung Idenheim in eine konventionelle Patriot Stellung umgebaut. (LL)

Bearbeitungsstand: Januar 2011

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: Mace-Marschflugkörper
siehe auch: MT (Megatonne)

Indien

"De-Facto"-Atomwaffenstaat | "de-facto" Nuclear Weapon State

Die Zahl der indischen Atomwaffen ist nicht bekannt. Es wird geschätzt, dass Indien zwischen 60 und 80, möglicherweise bis zu 120 besitzt. Auch über die Stationierung der Atomwaffen gibt es keine offiziellen Informationen. Es existieren Berichte, wonach Atomwaffen während des Kargil-Krieges 1999 einsatzbereit waren, dass heißt, dass sie schnell (in weniger als einigen Stunden) auf den Trägersystemen montiert werden konnten.

Indien verfügt über Raketen mit über 1500 km Reichweite und kann das gesamte Territorium seines Erzrivalen Pakistan und auch China damit erreichen.

1999 verfasste Indien seine Atomwaffendoktrin. Er basierte sich auf der Doktrin der offiziellen Atomwaffenstaaten: "Indien verfolgt eine Doktrin der glaubwürdigen Minimalabschreckung". Dies besteht aus:

a) ausreichenden, überlebensfähigen und einsatzbereiten  Atomstreitkräften
b) robusten Kommando- und Kontrollsystemen
c) effektiven Aufklärungs- und Frühwarnungspotentialen
d) Planung und Training für atomaren Operationen
e) dem Willen, Atomwaffen einzusetzen.

Die Atomstreitkräfte sollen durch einer Dreiergruppe aus Luftwaffe, landgestützten und seegestützten Raketen zur Vergeltung operieren, die dem Angreifer "inakzeptable Schaden zufügt". Volle Stationierung in kürzester Zeit ist erklärtes Ziel.

2003 wurde die offizielle und kürzere Version der Doktrin veröffentlicht:

"Nukleare Vergeltung auf dem Ersteinsatz wird massiv sein und inakzeptable Schaden zufügen". Aber: "Minimal" wird nicht auf eine kleine Streitkraft begrenzt, sondern lässt die Möglichkeit für eine Expansion offen.

Bisher galt eine Politik des Nichtersteinsatzes, jedoch wird nun das Recht auf Vergeltung bei einem Angriff mit C- oder B-Waffen eingeräumt (Beispiel USA).

Die Befürchtung ist, dass Indien einen automatisierten Raketenstart einführt (d.h. die Raketen werden durch Signale des Frühwarnsystems gestartet) und damit ein Atomkrieg "aus Versehen" ausgelöst wird.

Nukleare Geschichte
Das Atomprogramm symbolisiert politische Macht. Der erste Premierminister Indiens Jawaharlal Nehru richtete die nationale Atomenergiekommission (IAEC) 1948 mit dem ausdrücklichen Wunsch ein, dass Indien Atomenergie für "friedliche Zwecke" entwickelt. Sollte Indien jedoch gezwungen werden, Atomenergie anders zu verwenden, so formulierte er, würde sich die Nation wahrscheinlich einem solchen Anliegen nicht verschließen. Diese Doppelzüngigkeit bleibt bis heute symptomatisch für Indiens Atompolitik.

Für die Inder symbolisiert das Programm internationale politische Macht und technische Modernität. Mit Hilfe von Kanada, den USA und anderen Ländern wurden über 20 Jahre lang Atomreaktoren gebaut, Uranbergbau betrieben, Brennelemente hergestellt und Plutonium separiert. Gemessen am Energieertrag war das Ergebnis wirtschaftlich nicht ergiebig und stellte für ein Entwicklungsland eine enorme Ressourcenverschwendung dar. Dennoch rechtfertigten die Politiker und Wissenschaftler das Atomprogramm mit dem Argument der Selbständigkeit, ein beliebtes Thema in der nachkolonialen Zeit Indiens. Heute liefert die Atomenergie mit 2.720 MW nur 3% des Energiebedarfs in Indien.

Indien startete sein Atomwaffenprogramm in Folge des Grenzkriegs mit China 1962 und des ersten erfolgreichen chinesischen Atomtests 1964. Die erste von Indien als "friedlich" bezeichnete Atomexplosion fand am 18. Mai 1974 statt. Es wurde behauptet, dass dieser Test, der möglicherweise nur teilweise erfolgreich war, eine Explosivkraft von 12 Kilotonnen hatte. Westliche Geheimdienste schätzten eher eine Explosivkraft zwischen 4 und 6 Kilotonnen. Zum Vergleich: die Hiroshima-Bombe hatte 13 Kilotonnen Explosivkraft. Es folgten große Fortschritte bei der Atomwaffenentwicklung und -herstellung, einschließlich der Verkleinerung der Waffen, der Effizienz-Verbesserung und der Erhöhung der Explosivkraft durch die Verwendung von Tritium.

Indien wird Atommacht
Am 11. Mai 1998 führte Indien drei unterirdische Atomtests auf dem Pokhran- Gelände durch. Behauptungen zufolge wurden hierbei drei verschiedene Bomben getestet: eine Fissionsbombe mit einer Explosionskraft von ca. 12 KT, eine 43 KT thermonukleare Bombe und eine Bombe mit weniger als einer Kilotonne. Zwei Tage später, nachdem zwei weitere Atomtests mit einer Sprengkraft von unter einer Kilotonne unternommen wurden, verkündete die Regierung, die Testreihe sei bereits abgeschlossen.

Auch in der Zeit, in der Indien keine Tests durchführte, wurde das Raketenprogramm weiter entwickelt. 1983 wurde es unter der Leitung von Abdul Kalam initiiert, einem bekannten Raketeningenieur. Er kaufte die nötige Technologie von Lieferanten in Frankreich, Schweden, den USA und Deutschland. Indien testete die erste Kurzstreckenrakete 1988, ein Jahr später eine Mittelstreckenrakete und 1999 eine Langstreckenrakete mit 2.000 Kilometer Reichweite. Damit kann Indien das Herz Chinas angreifen, wobei es nicht so viele Atomwaffen besitzt (China verfügt über ca. 400 Atomwaffen).

Ablehnung von internationalen Abkommen
Bis zur nächsten Atomtestreihe 1998 wurde der Besitz von Atomwaffen von indischen Beamten und Politikern immer wieder offiziell dementiert. Sie redeten von der nuklearen "Option", die erst verwirklicht werde, wenn durch regionale oder internationale Umstände die Notwendigkeit entstehen würde. Indien lehnte daher ab, den Nuklearen Nichtverbreitungs-Vertrag (NPT) von 1968 zu unterzeichnen und beklagte, dass er diskriminierend sei. Der NPT-Vertrag begrenze die Möglichkeiten der atomwaffenfreien Staaten und unternehme wenig, um die Modernisierung und Vergrößerung der atomaren Arsenale der Atomwaffenstaaten zu verhindern, so die indische Position.

Obwohl Indien einen umfassenden Atomteststoppvertrag (CTBT) jahrzehntelang befürwortet hatte, blockierte es die Verabschiedung eines CTBT bei der Abrüstungskonferenz in Genf. Zudem stimmte Indien gegen die Resolution bei der UN-Vollversammlung am 10. September 1996, die den CTBT letztendlich ermöglichte. Es wurde argumentiert, Indien wolle umfassende Abrüstung innerhalb eines festen Zeitplans als Teil des Vertrags, dennoch war eher wahrscheinlich, dass es seine eigene nukleare "Option" nicht durch einen Teststopp gefährden wollte. Das Inkrafttreten des Vertrags ist von Indiens Unterschrift und seiner Ratifizierung abhängig (sowie der aller anderen 44 Staaten mit Atomenergie).

Erzrivale Pakistan
Die Beziehungen zu Pakistan mit dem Hauptstreitpunkt Kaschmir bleiben das mit Abstand schwierigste außenpolitische Problem Indiens. Durch die Nuklearpolitik beider Staaten hat es eine neue Dimension erhalten. Phasen des Dialogs und Spannungen bis hin zur kriegerischen Auseinandersetzung haben einander in den letzten Jahren abgelöst.

Die Kaschmirfrage, die auf die Teilung des indischen Subkontinents im Jahr 1947 zurückgeht, hat die indisch-pakistanischen Beziehungen immer überschattet. Pakistan erkennt weder den Beitritt Jammu und Kaschmirs zur indischen Union im Jahre 1947, noch die seit dem ersten Krieg im gleichen Jahr bestehende de facto Aufteilung auf beide Staaten an und fordert einen Volksentscheid in Kaschmir. Indien hingegen steht auf dem Standpunkt, dass der Anschluss Jammu und Kaschmirs an Indien nicht zur Disposition steht und beruft sich auf das Abkommen von Shimla aus dem Jahre 1972. Dort ist festgelegt, dass alle Streitfragen im bilateralen Verhältnis einschließlich des Kaschmirproblems durch bilaterale Verhandlungen zu lösen sind. Nach Terroranschlägen vom 01.10.2001 auf das Landesparlament in Srinagar und das Unionsparlament in New Delhi am 13.12.2001 hatten sich die Spannungen erheblich verschärft, seit November 2003 herrscht allerdings ein ununterbrochener Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan. Seit Anfang 2004 ist Bewegung in den Friedensprozess zwischen den beiden Staaten gekommen. Auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem damaligen indischen Premierminister Vajpayee und dem pakistanischen Präsidenten Musharraf am Rande des SAARC-Gipfels am 6. Januar 2004 in Islamabad haben die beiden Regierungen vereinbart, in einen strukturierten Dialog (»Composite Dialogue«) zu acht Themen einzutreten. Diese Politik wird auch von der neuen indischen Regierung weitergeführt. Die erste Gesprächsrunde im Rahmen des Dialogs schloss im September 2004 mit einem Treffen der beiden Außenminister ab. Bei dem umstrittenen Thema Kaschmir ist es nicht zu einer Annäherung gekommen. Beide Seiten haben jedoch ihr Interesse bekundet, den Dialog fortzuführen und haben eine neue Gesprächsrunde beschlossen.

Die Rolle der USA
Die Bombardierung Afghanistans durch die USA war für Indien das Beispiel für einen Angriff auf Kaschmir. Bush und Powell sagten nach dem Angriff auf das indische Parlament, Indien hätte ein Recht auf »Selbstverteidigung«. Außenminister Jaswat Singh meinte, jede Nation hat das Recht "präventiv" zu agieren, nicht nur bestimmte Staaten. Diese Meinung gilt noch in Indien. Die USA verkauft Waffen an Indien und Pakistan vermehrt seit dem 11. September 2001. Pakistan hat weniger finanzielle Mittel und damit weniger militärische Möglichkeiten.

Dennoch spielte die US-Diplomatie eine wesentliche Rolle in der Deeskalation der 2002-Krise mit einigen Versprechen, z.B. die Aufhebung der seit den Atomtests aufgehängten Sanktionen und intensivierte militärische Kooperation. Diese funktionierte, für die Zukunft jedoch vielleicht nicht wieder.

Das US-Indien-Abkommen
Ein bilaterales Abkommen zwischen Indien und den USA soll Exporte von zivilen nuklearen Elementen aus den USA nach Indien erlauben. Ende 2006 wurde dafür schon die Gesetzgebung in den USA geändert. Allerdings kann die zivile nukleare Kooperation erst beginnen, wenn beide Staaten ein Abkommen zur friedlichen nuklearen Kooperation abschießen, wenn die Nuclear Suppliers Group zustimmt und wenn Indien seine Safeguards Agreements (Vereinbarungen zur Inspektion) mit der IAEO ausgehandelt hat.

Ein gemeinsames Statement der beiden Staaten aus dem Juli 2005 besagt, dass Indien als verantwortungsvoller Staat mit fortschrittlicher Atomenergie die gleichen Vorteile erlangen sollte, wie andere solche Staaten. Indien sollte dafür seine zivilen und militärischen Anlagen trennen und die zivilen unter Beaufsichtigung der IAEO stellen.

Experten warnen, dass diese Vereinbarungen eine Vergrößerung des indischen Atomwaffenarsenals erleichtern werden und zu einem nuklearen Wettrüsten in Asien führen könnten. Außerdem wird das weltweite Nichtverbreitungssystem untergraben und den Sicherheitsinteressen der USA selbst geschadet. (XH)

Bearbeitungsstand: November 2008

Siehe auch: IAEO
Siehe auch: Pakistan
Siehe auch: US-Indien-Abkommen

INF-Vertrag

engl.: Intermediate Nuclear Forces Treaty

Ronald Reagan und Mikhail Gorbatschow nach der Unterzeichnung des INF-Vertrags, 01.06.1988, Foto: Reagan Library„INF” ist die englische Abkürzung für „Intermediate-range Nuclear Forces” (nukleare Mittelstreckenwaffen). Der volle Name des Vertrags: „Vertrag zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken über die Beseitigung ihrer Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite”. Darunter fallen Raketen und Marschflugkörper (Cruise Missiles) mit einer Reichweite von 500 bis 5.500 km.

Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten Generalsekretär Michail Gorbatschow (Sowjetunion) und Präsident Ronald Reagan (USA) in Washington den INF-Vertrag über den vollständigen Abbau dieser Waffen. Am 1. Juni 1988 trat der Vertrag in Kraft.

In den folgenden Jahren wurde zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit eine Waffengattung vollständig abgeschafft. Außerdem ist der INF-Vertrag der einzige Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Ländern, in dem die Waffen nicht nur außer Dienst gestellt, sondern tatsächlich auch zerstört wurden. Die letzte Rakete wurde im Mai 1991 demontiert. Ab Mai 2001 galt der Vertrag auch als vollständig umgesetzt. Zwar ist der Vertrag zeitlich unbegrenzt, beide Seiten haben jedoch das Recht, sich vom Vertrag zurückzuziehen. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurden elf ehemalige Sowjetrepubliken in den INF-Vertrag einbezogen.

Russland sprach 2007 zum ersten Mal von der Möglichkeit, den INF-Vertrag zu kündigen, falls die USA ihre Pläne umsetzen, ein Raketenabwehrsystem in Osteuropa zu stationieren. Im Jahr 2014 warfen die USA Russland Verstöße gegen den Vertrag vor, und drohten ihrerseits den Vertrag zu kündigen, wenn Russland weiterhin den Vertrag verletzen würde. xh

Bearbeitungsstand: Januar 2015

» Weitere Informationen zum INF-Vertrag

» INF-Vertrag im Wortlaut (PDF)

Inkorporation

engl.: incorporation

Die Aufnahme von Stoffen in den Körper, meistens über die Atemwege oder den Darm (Nahrungsmittel und/oder Flüssigkeiten). Inkorporierte radioaktive Substanzen (Radionuklide) gelangen über die Atmung in die Lunge oder über die Blutbahn in alle Bereiche des Körpers. Sie schädigen die Körperzellen durch die von ihnen ausgehende radioaktive Strahlung. Bestimmte Radionuklide lagern sich bevorzugt in den Knochen ab und schädigen dadurch das blutbildende Knochenmark. (RH)

Bearbeitungsstand: Januar 2005

siehe auch: Radionuklide


Inneringen

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

Haupttor Fort Blackjack, Inneringen, Foto: Gene Smania

Die Raketenstellung Inneringen (48°10’39”N, 09°17’14”O) befand sich unmittelbar südlich der gleichnamigen Ortschaft und ca. 12 km nordöstlich der Stadt Sigmaringen in Baden-Württemberg. Sie wurde in der Zeit des Kalten Krieges unterschiedlich genutzt. Zunächst diente sie in den 1960 Jahren den französischen Streitkräften als Feuerstellung für das Flugabwehrsystem Nike.

Im Rahmen der großräumigen Luftverteidigung Europas während der Zeit des Kalten Krieges waren auch die französischen Streitkräfte an dem quer durch Deutschland verlaufenden Nike-Herkules Flugabwehrgürtel mit insgesamt sechs in Süddeutschland gelegenen Feuerstellungen beteiligt. Dabei handelte es sich um die Standorte Boettingen, Friedrichshafen, Mengen, Münsingen, Stetten und Inneringen. Die in Inneringen stationierte Einheit war in drei getrennten Bereichen untergliedert: der Unterkunft, dem Feuerleitbereich in günstiger topografischer Lage mit bis zu 5 Radargeräten für Überwachung, Zielerfassung, Zielverfolgung und Flugkörperverfolgung und dem Abschussbereich mit jeweils 3 Abschussflächen und dazugehörigen Bunkern. In diesem Bereich befanden sich auch die Atomsprengköpfe.

In der Stellung  waren von 1965 bis 1966 atomare Flugabwehrraketen vom Typ Nike stationiert. An Atomsprengköpfen waren zwei Versionen verfügbar. Die kleinere mit der Bezeichnung B-XS hatte eine Sprengkraft von 2 Kilotonnen. Die größere B-XL besaß 40 kT Sprengkraft. Maximal waren je Stellung zehn Nuklear-Sprengköpfe vorhanden, acht mit der Stärke XS mit 2 Kilotonnen und zwei XL mit 40/20 Kilotonnen Sprengkraft. Für den Einsatz der Gefechtsköpfe gab es genau festgelegte Prioritäten. Beim Anflug eines einzelnen feindlichen Zielobjektes wurde ein kleiner atomarer Gefechtskopf (B-XS) eingesetzt. Beim Anflug mehrerer feindlicher Zielobjekte wurde soweit verfügbar ein großer atomarer Gefechtskopf (B-XL) eingesetzt. Die ebenfalls vorhandenen konventionellen Gefechtsköpfe dienten lediglich als Munitionsreserve. (Quellen: Jürgen Dreifke, Michael Juhls) Mit dem Austritt Frankreichs aus der integrierten Befehlsstruktur der NATO am 1. Juli 1966 wurde die Stellung von den französischen Truppen geräumt. (LL)

Ab 1969 wurde Innerigen von der US-Armee als QRA-Stellung (Quick Reaction Alert) genutzt. Im sogenannten "Fort Black Jack" befand sich zunächst von 1969 bis Juli 1983 eine Pershing-IA-Raketenstellung des 81. Field Artillery Regiments der US-Armee mit neun einsatzbereiten Raketen, bestückt mit atomaren Gefechtsköpfen. Die Sprengköpfe vom Typ W50 verfügten über unterschiedliche KT-Werte von 60, 200 oder 400 KT.

Als Folge des NATO-Doppelbeschlusses wurde "Fort Black Jack" ab 1983 eine von drei Stellungen in Deutschland, in denen stets einsatzbereite, mit nuklearen Gefechtsköpfen bestückte Pershing-II-Raketen stationiert waren, die innerhalb kürzester Zeit hätten gestartet werden können. Die Sprengköpfe vom Typ W85 verfügten über variabel einstellbare KT-Werte von 5 bis 80 KT.

Von den jeweils 36 stationieren Raketen waren 12 in der QRA-Stellung ständig abschussbereit, 12 weitere wurden auf mobilen Lafetten von LKWs gezogen und konnten beliebig in der Landschaft bewegt werden und nach dem Feuerbefehl des SACEUR (Supreme Allied Commander in Europe) über das mitgeführte Feuerleitstellenfahrzeug abgeschossen werden. 12 weitere Raketen waren in Reserve im Bunker der Basis untergebracht. (LL)

Bearbeitungsstand: Dezember 2011

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: KT (Kilotonne)
siehe auch: NATO-Doppelbeschluss
siehe auch: Pershing-Rakete
siehe auch: Pershing-II-Rakete
siehe auch: QRA-Stellung
siehe auch: SACEUR

Interim-Ausschuss

engl.: Interim-Committee

Der Interim-Ausschuss bestand aus den am Manhattan-Projekt direkt Beteiligten wie Robert Oppenheimer und anderen Wissenschaftlern, sowie Vertretern der Truman-Regierung, darunter Außenminister James Byrnes und Kriegsminister Stimson. Er wurde gegründet, um den Einsatz der Atombombe zu diskutieren, Ziele der Bombardierung vorzuschlagen und damit zusammenhängende Fragen zu erörtern.

Die Anwendung der Bombe als terroristische Waffe - das heißt, als ein Mittel, die japanische Bevölkerung in panische Furcht und Schrecken zu versetzen - wurde während eines Treffens des Interim-Ausschusses (Interim Commitee) am 31. Mai 1945 hervorgehoben. Der Ausschuss war an diesem Tag zusammengetreten, um Präsident Truman eine Empfehlung zum Einsatz der Atombombe zu geben. In einem Protokoll dieses Treffens heißt es: »Nach langen Diskussionen über verschiedene mögliche Ziele und die erwünschte Wirkung kam der Kriegsminister [Stimson] zu der Schlussfolgerung, die allgemeine Zustimmung fand, nämlich, dass man die Japaner auf keinen Fall vorwarnen sollte, dass man sich nicht auf ein ziviles Gebiet konzentrieren könne, aber dass man einen tiefen psychologischen Eindruck bei möglichst vielen Japanern erzeugen sollte. Auf Anregung von Dr. [James] Conant erklärte sich der Minister damit einverstanden, dass das optimale Ziel eine kriegswichtige Fabrik sei, die viele Arbeiter beschäftigt und die von Arbeiterwohnungen umgeben ist«.

Obwohl erwähnt worden war, dass man sich nicht auf ein ziviles Gebiet konzentrieren sollte, lehnte es der Ausschuss ausdrücklich ab, die Bombe auf ein rein militärisch genutztes oder unbewohntes Gebiet abzuwerfen, wie einige der im Ausschuss vertretenen Wissenschaftler empfohlen hatten. Viele der Wissenschaftler, die am Manhattan-Projekt beteiligt waren oder es unterstützt hatten, taten dies, weil ihnen Hitler und das Nazi-Regime zutiefst verhasst waren. Das Projekt war ursprünglich mit den verheerenden Konsequenzen gerechtfertig worden, hätte Hitler als Erster über die Atombombe verfügt. Doch Deutschland war bereits besiegt, als die USA die Technologie perfektioniert hatten. Dennoch beschloss die Truman-Regierung nicht nur, die Atombombe einzusetzen, sie tat es obendrein mit offensichtlicher Begeisterung. Truman gab die berüchtigte Erklärung ab, dass ihm die Entscheidung keine schlaflose Nacht bereitet habe. (Quelle: www.wsws.org/de)

Bearbeitungsstand: September 2007

Siehe auch: Manhattan-Projekt
Siehe auch: OPPENHEIMER Robert

Interkontinentalrakete

engl.: Intercontinental Ballistic Missile (IBM)

Interkontinentale ballistische Flugkörperraketen sind alle landgestützten und von fest installierten oder mobilen Startanlagen aus zu startende Raketen, die einen Gefechtskopf in ein Ziel in interkontinentaler Entfernung transportieren können. Interkontinentale Raketen fliegen ihr Ziel nach Verlassen der Erdatmosphäre auf einer elliptischen Flugbahn an. Sie bestehen aus der Antriebsstufe, einem oder mehreren Wiedereintritts-Tochtergefechtsköpfen und - im Falle von mit Mehrfachgefechtsköpfen ausgestatteten Raketen – einem Muttergefechtskopf (Post-Boost-Vehicle = PBV). Im Sinne von SALT-II gelten als Interkontinentalraketen alle landgestützten Raketen mit einer Reichweite von mehr als 5500 km (LL).

Bearbeitungsstand: November 2005

Internationale Atomenergie-Organisation

engl.: International Atomic Energy Agency (IAEA)

Die Internationale Atomenergie Organisation (IAEO) hat ihren Sitz in Wien. Sie wurde 1957 mit dem Ziel gegründet, den Beitrag der Kernenergie zu Frieden, Gesundheit und Wohlstand in der Welt zu erhöhen (Atoms for Peace).Gleichzeitig soll sie verhindern, dass die gewährte Unterstützung militärisch genutzt werden kann. Entsprechend dieser Zielsetzung lassen sich die Aufgabenbereiche in die Förderung der Anwendung der Kernenergie, Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung der Abzweigung spaltbaren Materials unterteilen. Für diese bis heute schwierige Gratwanderung und die dafür erfolgreich geleistete Arbeit wurden die IAEO und ihr Generaldirektor Dr. Mohammmed El-Baradei im Dezember 2005 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Der IAEO gehören derzeit 139 Mitgliedstaaten an. Oberste beschlussfassende Organe sind die Generalkonferenz und der Gouverneursrat mit 35 Staaten. Gemäß Artikel III des 1968 geschlossenen Vertrages über die nukleare Nichtverbreitung (NVV) ist es die Aufgabe der IAEO, durch die Vereinbarung von Sicherungsmaßnahmen (safeguards) mit allen Nichtkernwaffenstaaten sicherzustellen, dass aus deklarierten Aktivitäten auf dem Nuklearsektor kein spaltbares Material für die Produktion von Atomwaffen abgezweigt wird. Bis Ende 2005 hatte die IAEO mit 168 Staaten entsprechende umfassende Sicherungsabkommen geschlossen (weitere 17 sind gezeichnet, aber noch nicht in Kraft), für rund 20 NVV-Nichtkernwaffenstaaten steht ein entsprechendes Abkommen noch aus. Kernwaffenstaaten können ihre zivilen Anlagen freiwilligen IAEO-Kontrollen unterwerfen (voluntary offers). (www.auswaertiges-amt.de)

Bearbeitungsstand: Mai 2007

Internationaler Gerichtshof (IGH)

engl.: International Court of Justice (ICJ)

Friedenspalast, Den Haag. Foto: gemeinfrei

Der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag ist das Hauptorgan der Rechtsprechung der Vereinten Nationen (Charta der Vereinten Nationen, Art. 92 ff.). Er hat zwei Funktionen: Er entscheidet in Rechtsstreitigkeiten zwischen Staaten und fungiert als Gutachter in Rechtsfragen, die ihm von dazu autorisierten internationalen Organisationen vorgelegt werden. Die fünfzehn Richter des Internationalen Gerichtshofes werden von der Generalversammlung und vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen gewählt.

Am 8. Juli 1996 hat der Gerichtshof in einem Gutachter-Verfahren nach Art. 96 der UN-Charta eine Entscheidung getroffen, die für die künftige Rolle von Atomwaffen von großer Bedeutung sein kann.Die Kernaussage des Richterspruchs lautet: Die Androhung des Einsatzes und der Einsatz von Atomwaffen verstoßen generell/Grundsätzlich („generally“) gegen das Völkerrecht und im besonderen gegen die Regeln des humanitären Kriegsvölkerrechts. (Dieter Deiseroth)

Mit sieben gegen sieben Stimmen, mit der ausschlaggebenden Stimme des Präsidenten hat der Gerichtshof festgestellt: „dass die Bedrohung durch oder die Anwendung von Atomwaffen generell im Widerspruch zu den in einem bewaffneten Konflikt verbindlichen Regeln des internationalen Rechts und insbesondere den Prinzipien und Regeln des humanitären Völkerrechts stehen würde.

Der Gerichtshof kann jedoch in Anbetracht des gegenwärtigen Völkerrechtsstatus und der ihm zur Verfügung stehenden grundlegenden Fakten nicht definitiv entscheiden, ob die Bedrohung durch oder Anwendung von Atomwaffen in einer extremen Notwehrsituation, in der das reine Überleben eines Staates auf dem Spiel stehen würde, rechtmäßig oder unrechtmäßig sein würde.“

Darüber hinaus beschloss der Gerichtshof einstimmig: "Es besteht eine völkerrechtliche Verpflichtung, in redlicher Absicht Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zur nuklearer Abrüstung in allen ihren Aspekten unter strikter und wirksamer internationaler Kontrolle führen." (Quelle: IGH-Rechtsgutachten)

»Das IGH-Rechtsgutachten im Wortlaut (PDF)
»Mehr zur Völkerrecht und Atomwaffen

Bearbeitungsstand: Juni 2012

siehe auch: Projekt Weltgerichtshof
siehe auch: Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofes

Ionosphäre

engl.: ionosphere

Die Ionosphäre ist die vierte von fünf Schichten der Erdatmosphäre, zwischen 60 und 1000 km über dem Erdboden gelegen, die besonders reich an elektrisch geladenen Teilchen, so genannten Ionen, ist. Durch natürliche Strahlung von der Sonne und aus dem Kosmos werden hier immer wieder Materiepartikel aufgeladen und wieder entladen. Speziell in der Nähe von Nord- und Südpol, wo die Feldlinien des Erdmagnetfeldes besonders dicht liegen, kommt es dabei immer wieder zu großflächigen Entladungen, die auch von der Erde aus zu beobachten sind und als »Nordlichter« oder »Aurora« bezeichnet werden.

Seit langem weiß man, dass die elektrisch positiv aufgeladene Ionosphäre einen Gegenpol zur negativ geladenen Erdoberfläche bildet, und dass zwischen beiden ständig eine elektrische Spannung herrscht. Diese Spannung entlädt sich regelmäßig, indem irgendwo auf der Erde ein Gewitter stattfindet. Ein solches System aus zwei konzentrischen, entgegengesetz elektrisch geladenen Kugeln nennt man in der Physik auch einen Kugelkondensator. Diese physikalischen Eigenschaften der Ionosphäre macht man sich technisch zunutze in der drahtlosen Informationsübertragung. Für Radiowellen, die von einem Sender auf der Erde abgestrahlt werden, wirkt die Ionosphäre wie ein riesiger Hohlspiegel. Von ihm können die Radiowellen reflektiert und so über große Entfernungen übertragen werden. (Quelle: static.twoday.net)

Durch eine oder mehrere Kernwaffenexplosionen kann durch Störung der Ionosphäre die Informationsübertragung mittels Radiowellen vorübergehend beeinträchtigt oder völlig unterbunden werden. (LL)

Bearbeitungsstand: Mai 2008

Irak

Das geheime Atomwaffenprogramm des Irak begann bereits in den 1970er Jahren und wurde durch einen Angriff der Israelis auf den Osiris-Reaktor 1981 jäh unterbrochen.

Schlüsselfrage in jedem Atomwaffenprogramm ist die Fähigkeit zur Produktion oder zum Erwerb von geeignetem spaltbarem Material (Uran 235 = HEU = Highly Enriched Uranium oder Plutonium 239). Der Irak bezog hiefür Ausrüstung aus dem Westen (vor allem aus Deutschland und Frankreich) und bediente sich in erster Linie der Elektromagnetischen Isotopenseparation (EMIS), einer zu dieser Zeit vom Westen bereits deklassifizierten Technik. Später bediente man sich der Gaszentrifugentechnik. Die Inspektoren der IAEA konnten bei Beginn der Inspektionen 1991 auf erhebliches Vorwissen zurückgreifen, da der Irak seit 1968 Mitglied des Nuklearen Nichtweiterverbreitungsvertrages war und an den Nuclear Safeguards (Sicherungsmaßnahmen der IAEA) teilgenommen hatte. Auch der Zeitraum der Untersuchungen ist ein wesentlicher Faktor: Vergleichsweise benötigte die IAEA volle zwei Jahre für Inspektionen zur Verifizierung, nachdem Südafrika sein Atomwaffenprogramm zugegeben hatte und die IAEA über die Einstellung desselben informierte. Südafrika kooperierte dabei uneingeschränkt mit den IAEA-Kontrollören.

Das Regime Saddam Husseins umging diese Sicherheitsvorkehrungen, indem es ein paralleles Atomwaffenprogramm in die Wege leitete. Demzufolge gab der Irak in seinen ersten Erklärungen nicht zu, ein Atomwaffenprogramm zu unterhalten. Die IAEA hatte das Mandat, deklariertes Nuklearmaterial zu sichern, war aber nicht autorisiert, nach geheimen Anlagen zu suchen. Auf Basis der UNSCR 687 (UN-Security Council Resolution) wurde seitens der IAEA ein Action Team geschaffen, welches die irakischen Angaben überprüfen und relevante Anlagen zerstören oder konvertieren sollte, um dann ein System zur dauerhaften Überwachung (Monitoring) zu unterhalten.

Gegen Ende 1990 hatte der Irak Kapazitäten zur Produktion von genügend HEU zum Bau einer Atombombe (etwa 10 bis 15 kg/Jahr) - Ziel war der Bau einer Implosionsbombe pro Jahr. Für eine Bombe dieser Bauart wird weniger spaltbares Material benötigt. Die Waffeninspektionen 1991 bis 1998, die durch die Internationale Atomenergiebehörde durchgeführt wurden, deckten alle relevanten Bemühungen des Irak auf. Die IAEA kam zum Schluss, dass der Irak am Ende des Golf-Krieges II nicht über Atomwaffen verfügte. Es wurde auch kein Hinweis auf Import von spaltbarem Material gefunden. Das gefundene angereicherte, aber nicht waffenfähige HEU (etwa 50 kg) wurde außer Landes gebracht, alle relevanten Einrichtungen des Atomwaffenprogramms identifiziert, inspiziert und zerstört.

Der Irak unternahm ab 1998 weitere Anstrengungen, Atombomben zu entwickeln und zu bauen, erzielte Fortschritte bei der (theoretischen) Konstruktion von Atomwaffen und beschaffte weiter Dual-Use-Ausrüstungen (hier: Einrichtungen, die eine vordergründig zivile, harmlose Funktion haben, jedoch zu militärischen Zwecken genutzt werden), die für den Bau einer Atombombe wichtig sind.

Im Rahmen der UNMOVIC (United Nations Monitoring, Verification and Inspection Commission)- Untersuchungen 2002/03 waren dann die CIA (Central Intelligence Agency) und der britische Geheimdienst der Ansicht, dass abgefangene Importe spezieller Aluminiumröhren ein eindeutiges Indiz für das irakische Atomwaffenprogramm seien. Führende Nuklearexperten hielten dies jedoch nicht für einen Beleg dieser Behauptung. Später stellte sich heraus, dass diese Aluminiumröhren für die Verwendung in einem Atomprogramm gänzlich unbrauchbar waren. Ebenso als Fälschung entpuppte sich ein Papier, mit welchem die US-Administration und Großbritannien dem Irak einen versuchten Ankauf von Uran aus Afrika beweisen wollten. Der Vorsitzende der IAEA, Mohammed El-Baradei, berichtete dem UN-Sicherheitsrat zu Beginn des Jahres 2003 und wiederholte die Feststellung, dass es keinen Beweis für den Besitz einer Atombombe im Irak gebe. Diesen Beweis sind die US-Amerikaner und Briten bis heute schuldig geblieben. (Quelle: www.bmlv.gv.at)

Bearbeitungsstand: November 2008

siehe auch: Atombombe
siehe auch: IAEO
siehe auch: Plutonium 239

Iran

Seit 2003 wehrt sich der Iran gegen den Vorwurf, ein Atomwaffenprogramm hinter seinem Urananreicherungsprogramm zu verstecken. Vor allem die israelische Regierung – selbst heimlicher Besitzer von Atomwaffen – behauptet, der Iran baue Atomwaffen und droht daher in regelmäßigen Abständen, Irans Atomanlagen zerstören zu wollen. Obwohl die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) bislang weder die Existenz eines Atomwaffenprogramms, noch das Gegenteil beweisen konnte, verwies sie den Fall an den Sicherheitsrat. Dieser verlangte vom Iran das Aussetzen der Urananreicherung. Der Iran bezeichnet diese Forderung als unrechtmäßig und baut sogar weitere Anlagen zur Urananreicherung.

Der Iran strebt für sein ziviles Atomprogramm nach einem vom Ausland unabhängigen geschlossenen Brennstoffzyklus. Dafür baut er eigenes Uran ab und konvertiert es zu Uranhexafluorid (UF6). Dieses niedrig angereicherte Uran soll später in den Brennstäben der noch im Bau befindlichen iranischen Atomkraftwerke verwendet werden. Das erste AKW in Bushehr wurde 2010 hochgefahren.  

Der Iran darf Atomenergie nutzen, solange das Programm allein "friedlichen" Zwecken dient. So garantiert es der Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty, NPT), den der Iran unterzeichnet hat. Er darf auch Uran anreichern, aber nur bei Duldung von Kontrollmaßnahmen durch die IAEO (so genannte Safeguards). Weil die Anreicherung von Uran zugleich der Entwicklung von Atomwaffen dienen kann, sollen diese Kontrollen garantieren, dass das Uran nur für die Reaktornutzung angereichert wird und nicht für den Einsatz in Atomwaffen.

Nach einem Bericht aller US-Geheimdienste, veröffentlicht am 3. Dezember 2007, hat der Iran jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach bereits im Herbst 2003 sein Atomwaffenprogramm eingestellt. Diese Einschätzung wiederholten sie im September 2009. Allerdings vermuteten die Geheimdienste zugleich, dass sich der Iran die Option zur militärischen Nutzung der Atomenergie "offen halte".
Nicht desto trotz kam der Leiter der IAEO Amano in seinem Bericht vom 8. November 2011 zu der Einschätzung, es würden "glaubwürdige" Hinweise bestehen, dass der Iran am Aufbau einer Atombombe gearbeitet und dazu bereits Tests einzelner Komponenten vorgenommen hat. Allerdings konnten bisher keine Abzweigungen nuklearen Materials aus den kontrollierten Anlagen festgestellt werden.

Der Iran bestreitet weiterhin, an Atomwaffen zu arbeiten. Am 24. November 2013 haben die so genannte P5 (die fünf UN-Vetomächte) und Deutschland im jahrelangen Streit über das Atomprogramm eine Einigung mit dem Iran erreicht. Die Einigung gilt für die folgenden sechs Monaten und in der Zeit soll eine Dauerlösung ausgehandelt werden. Kernpunkte des Abkommens: Der Iran darf weiterhin Uran anreichern aber nur bis zu fünf Prozent; es werden verschärfte Kontrollen geben und der Schwerwasserreaktor in Arak wird stillgelegt. Im Gegenzug werden einige Sanktionen aufgehoben und keine neue in den nächsten sechs Monaten verhängt. (xh)

Bearbeitungsstand: Mai 2014

» Weitere Informationen zum Atomprogramm Irans

IRBM

engl.: Intermediate Range Ballistic Missile

Mittelstreckenrakete

Hierbei handelt es sich um eine ballistische Mittelstreckenrakete von großer Reichweite, die in der Lage ist, ABC-Gefechtsköpfe auf eine Entfernung zwischen 2700 und 5500 km ins Ziel zu tragen. Ihre Startvorrichtungen können stationär (Silo) oder beweglich (Fahrzeug, Schiff, Flugzeug) sein. Sowjetische Systeme dieser Bauart waren die SS-5 und die SS-20. (LL)

Bearbeitungsstand: Februar 2005

Isfahan

Die Atomanlage im Zentrum Irans erstreckt sich über ein Areal von ca. 1000 Quadratkilometern. Die Anlage sollte in den 1990er Jahren zunächst in Zusammenarbeit mit China gebaut werden. Auf Druck der USA kündigten die Chinesen einen entsprechenden Vertrag mit Iran im Jahr 1997 wieder. Teheran beendete den Bau schließlich nach eigenen Angaben mit einheimischen Ingenieuren.

In der Anlage wird das aus Wüstenminen gewonnene gelbe Uranoxid – auch »Yellowcake« genannt – in Urantetrafluorid (UF4) und das gasförmige Uranhexafluorid umgewandelt. Diese Urankonversion ist eine Vorstufe der Urananreicherung, bei der das Element so veredelt wird, dass es als Brennstoff für Kraftwerke oder aber für Atomwaffen nutzbar ist.

Im Jahr 2003 stimmte Iran unter internationalem Druck der Aussetzung der Urananreicherung zu. Isfahan wurde von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) versiegelt. 2004 gab die IAEA die Erlaubnis, in Isfahan unter ihrer Aufsicht 37 Tonen »Yellowcake« zu Testzwecken umzuwandeln. Die Entdeckung eines Tunnelsystems unter der Anlage nährte jedoch Bedenken, der Iran arbeite unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung insgeheim am Bau von Atomwaffen. Die Anlage wurde daraufhin erneut von der IAEA versiegelt. Gegen den ausdrücklichen Protest der IAEA hat Iran die Anlage am 11. August 2005 wieder in Betrieb genommen.

Bearbeitungsstand: Januar 2006

Weitere Informationen zum iranischen Atomprogramm

siehe auch: IAEO
siehe auch: Urananreicherung
siehe auch: Uranhexafluorid

Iskander-Rakete

engl. Iskander missile system

Russische Kurzstreckenraketen verschiedener Typen, Bild: United States Missile Defense Agency, public domain via Wikimedia Commons

Bei der SS-26 Stone handelt es sich um eine russische ballistische Boden-Boden-Rakete. Sie gehört zur Klasse der Kurzstreckenraketen (SRBM) mit einer Flugweite von 70 bis 280 km. Mitte der 1980er Jahre begann die Planung für ein Nachfolgesystem der SS-1B/C Scud und SS-23 Spider. 1996 wurden die ersten Teststarts durchgeführt. Ab 2005 begann die Auslieferung an die russischen Raketeneinheiten.

Bis heute stellt die SS-26 den aktuellen Stand der russischen Kurzstreckenraketen dar. Sie ist 7,28 m lang, wiegt ca. 4,6 Tonnen und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 6,3 bis 7,8 Mach. Das System ist auf einem geländegängigen Startfahrzeug vom Typ 9P71 montiert. Jedes Fahrzeug ist mit zwei Raketen beladen, die beide innerhalb von 40 Sekunden abgefeuert werden können. Ein Trägheitsnavigationssystem und ein Satellitennavigationssystem stellen sicher, dass eine extrem geringe Zielabweichung (CEP) von nur 30 bis 70 m auftritt.

Für den Einsatz stehen sowohl konventionelle als auch nukleare Sprengköpfe zur Verfügung:

  • Splittergefechtskopf 
  • Penetrations-Gefechtskopf gegen verbunkerte Anlagen 
  • Bomblets mit Splitterwirkung 
  • Bomblets mit Brandwirkung 
  • Panzerminen zur Fernverminung 
  • Fuel-Air-Explosive (FAE) 
  • Selbstzielsuchende (intelligente) SPBE-D-Submunition zur Panzerbekämpfung 
  • AA-86 Nuklearsprengkopf mit einer variablen Sprengleistung von 5 bis 50 KT. 
  • AA-92 Nuklearsprengkopf mit einer variablen Sprengleistung von 100 bis 200 KT. 
  • Nicht-nuklearer EMP-Sprengkopf (electromagnetic pulse)

Ende 2013 standen den russischen Raketentruppen insgesamt vier SS-26-Brigaden mit je 12 Startfahrzeugen zur Verfügung. Damit können maximal 96 Flugkörper für den unmittelbaren Einsatz bereitgehalten werden. Bis Ende 2015 sollen weitere 12 Systeme an die Truppe übergeben werden. (LL) 

siehe auch: SS-4 bis SS-27

Isotope

Atome desselben Elements können verschiedene Anzahlen von Neutronen besitzen. Die verschiedenen möglichen Varianten eines Elements heißen Isotope. Zum Beispiel enthält das häufigste Isotop von Wasserstoff (H) überhaupt keine Neutronen; es gibt aber auch ein Wasserstoff-Isotop namens Deuterium (DT) mit einem Neutron, und noch ein anderes, Tritium (T), mit zwei Neutronen.

Um ein bestimmtes Isotop zu kennzeichnen, schreibt man: AZX. Hier ist X das chemische Zeichen für das Element, Z ist die Ordnungszahl und A ist die Gesamtzahl von Protonen und Neutronen, Massezahl genannt. So ist zum Beispiel gewöhnlicher Wasserstoff 11H, Deuterium ist 21H und Tritium ist 31H.

Isotope haben nahezu identische chemische Eigenschaften, können aber sehr unterschiedliche kernphysikalische Eigenschaften (kritische Masse, Halbwertszeit, usw.) haben. (Quelle: www.iap.uni-bonn.de)

Bearbeitungsstand: Oktober 2004

siehe auch: Halbwertszeit
siehe auch: Kritische Masse

Israel

„De-Facto“-Atomwaffenstaat | "de facto" Nuclear Weapon State

Dolphin U-Boot in Deutschland vor der Auslieferung nach Israel, Foto: IDF

Ohne offiziell als "Atomwaffenstaat" anerkannt zu sein, duldet die westliche Welt den israelischen Besitz von Atomwaffen, während sie den Erwerb von Atomwaffen durch andere Staaten verurteilt. Man schätzt, dass Israel über 75 bis 200 Atomwaffen und ein hochentwickeltes Trägersystem verfügt. Damit rückt das Land auf Platz fünf in der Liste der Atomwaffenmächte, hinter Frankreich und China. Israel hält jedoch jegliche Informationen über seine Atomwaffen streng geheim. Der letzte Mensch, der etwas darüber veröffentlichte, war Mordechai Vanunu. 1986 berichtete der Atomtechniker der britischen Presse Details über Israels Atomwaffenprogramm. Im November 1999 veröffentlichte die populäre Tageszeitung "Yediot Ahronot" Auszüge aus mehr als 1.200 Seiten von Abschriften Vanunus. Dadurch ist bekannt, dass die israelischen Atomwaffen im Negev Atomforschungszentrum bei Dimona entwickelt und gebaut wurden. Mit Hilfe von Frankreich baute Israel dort einen Atomreaktor und eine Plutoniumherstellungsanlage. Dimona ging 1964 in Betrieb, kurz danach begann die Wiederaufarbeitung von Plutonium. Damals, so berichtete Vanunu, war Israel im Besitz von 100 bis 200 hochentwickelten Atomwaffen (Quelle: Jürgen Rose in W&F, 4/2004, S. 51-54.)

Zwar ist die Existenz israelischer Atomwaffen seit 1986 weltweit kein Geheimnis mehr, trotzdem hatte die israelische Regierung den Besitz nie zugegeben, aber auch nie verneint. Während eines Deutschlandbesuchs im Dezember 2006 hat Israels Premier Ehud Olmert in einem Interview bei N24 Israel in einem Atemzug mit den Atommächten USA, Frankreich und Russland genannt und damit den Eindruck erweckt, er bestätige erstmals einen Kernwaffenbesitz. Die Äußerung löste Empörung in Israel aus. Iran verlangte die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates. Die Arabische Liga forderte die internationale Gemeinschaft auf, Israel zu einer Klarstellung zu drängen. Olmerts Büro behauptete, dass die Aussagen des Premierministers falsch interpretiert worden seien. Schimon Stein, Israels Botschafter in Deutschland, sagte, die Politik Israels habe sich nicht verändert: "Israel werde nicht der erste Staat im Nahen Osten sein, der Atomwaffen einführe". Auch der stellvertretende Direktor der Israelischen Atomenergie Kommission, Dr. Ariel Levite, hat im Januar 2007 Israel als eines der "nuklearen Schwellenländer" bezeichnet, die außerhalb des Nichtverbreitungsvertrages bleiben. Im März 2008 drohte die Arabische Liga den Atomwaffensperrvertrag zu kündigen, falls Israel den Besitz von Atomwaffen offiziell zugeben wird. Die Liga sagte, wenn der UN-Sicherheitsrat nicht eingeschaltet wird, um Israel unter Druck zu setzen, seine Atomwaffen aufzugeben, würden alle ihre Mitglieder den Vertrag verlassen. (Quelle: Nuclear forces, Israel, SIPRI/FIRST 3.0 Januar 2008.)

Bearbeitungsstand: September 2014

Weitere Informationen über Israels Atomwaffen

siehe auch: Dolphin-U-Boote

Ivy Mike

US-Atomtest

Atomtest Ivy Mike 1952, Foto: US Govt

Um 7.15 Ortszeit am 1. November 1952 wurde die erste Wasserstoffbombe der USA erfolgreich gezündet. Der oberirdische Atomtest wurde auf Elugelab, einer  Insel des Eniwetok-Atolls, das zu den Marshall-Inseln im Pazifischen Ozean gehört, durchgeführt. Die Explosion hatte eine Sprengkraft von 10,4 Megatonnen, wesentlich stärker als erwartet. Damit war sie zum damaligen Zeitpunkt die größte, gegenwärtig ist sie die viertgrößte Atombombe, die jemals von den USA getestet wurde.

Der Test wurde „Mike“ oder „Ivy Mike“ genannt. Der Sprengkopf selbst hatte aufgrund seiner Form den Codenamen „Sausage“ (Wurst), war 6,19 Meter hoch und maß 2,03 Meter im Durchmesser. Es war die erste „echte“ H-Bombe, in der, nach dem Teller-Ulam-Prinzip, der Sprengsatz stufenweise implodierte. Der Primärzünder war eine herkömmliche Atombombe mit 50 Kilotonnen Sprengkraft, die unter Kernfission explodierte und dadurch als Zünder für die zweite Stufe diente: einer Kernfusion. Das Fusionsmaterial (flüssiges Deuterium) selbst war in einem doppelt isolierten Gefäß untergebracht, in dessen Zentrum sich eine „Zündkerze“ aus Plutonium, gefüllt mit Tritium, befand. Umhüllt war das Fusionsmaterial mit einem fünf Tonnen schweren Mantel aus Natururan. Der Sprengkopf wog insgesamt 82 Tonnen. Auf Elugelab war eine sechs Stockwerke hohe Halle errichtet worden, in der die Bombe untergebracht wurde.

Die Pilzwolke erreichte eine Höhe von 40 km und eine Breite von rund 100 km. Der Stamm war 15 km hoch.

Die Insel Elugelab, eine kleine, weniger als einen Quadratkilometer große Insel im Norden des Atolls, wurde von der Explosion komplett zerstört. Das Eniwetok-Atoll wurde durch den starken Fallout für lange Zeit radioaktiv verseucht. Die Seevögel litten an Strahlenkrankheit. Weitere 43 Kernwaffenexplosionen folgten auf dem Eniwetok-Atoll, so dass die Inseln mehrmals stark radioaktiv verstrahlt wurden.

Nach dem erfolgreichen Test soll Edward Teller ein Telegramm mit der Nachricht „Es ist ein Junge“ an seine Kollegen in Los Alamos geschickt haben. Teller galt als „Vater der Wasserstoffbombe“ und besichtigte den Test auf einem Seismograph in Livermore Labor in den USA. xh (Quellen: Nuclear Weapon Archive; Interview mit Edward Teller)

Bearbeitungsstand: Oktober 2012

siehe auch: Eniwetok-Atoll
siehe auch: MT (Megatonne)
siehe auch: TELLER Edward
siehe auch: Teller-Ulam-Prinzip
siehe auch: TNT (Trinitrotoluol)
siehe auch: Wasserstoffbombe