Hiroshima

Urakami Tenshudo (Katholische Kirche) Jan.7, 1946. Foto: AIHARA, Hidetsugu

Obwohl Hiroshima ein bekannter Militärstützpunkt der japanischen Armee war, blieb die Stadt bis August 1945 von Bomben verschont. Zur Zeit der Bombardierung wird Hiroshimas Wohnbevölkerung auf 280.000-290.000 Menschen geschätzt, das in der Stadt verbliebene Militärpersonal auf 43.000 Menschen. Dazu kommen schätzungsweise 20.000 koreanische und chinesische Zwangsarbeiter und US-amerikanische Kriegsgefangene. Insgesamt muss also von einer Bevölkerung von 340.000-350.000 Menschen ausgegangen werden. 60 Prozent von ihnen befanden sich 2.000 Meter oder weniger vom so genannten Hypozentrum (»Ground Zero«) entfernt.

Die Atombombe von Hiroshima wurde von den US-Amerikanern »Little Boy« (kleiner Junge) genannt. Sie wurde am 6. August um 8 Uhr 15 Minuten und 17 Sekunden Ortszeit aus 9000 m Flughöhe über der Stadt von dem B-29-Flugzeug »Enola Gay« abgeworfen. Die Bombe explodierte in 580 Metern Höhe. Die Explosionskraft der Atombombe entsprach 13,4 Kilotonnen TNT.

In einem Umkreis von 0,5 Kilometer um den ‚Ground Zero’ waren 90 Prozent der Menschen sofort tot. Die Temperatur am Hypozentrum betrug für etwa eine Sekunde ca. 3.000-4.000 Grad Celsius. (Zum Vergleich: Der Siedepunkt von Eisen beträgt 3.070°C). An dieser Stelle verdampfte alles. Menschen, die sich im Explosionszentrum aufhielten, verbrannten vollständig und hinterließen in einigen Fällen ihre Schatten an stehen gebliebenen Hauswänden, die sie für einen Moment von der Hitzestrahlung abgeschirmt hatten.

Eine ungeheure Druckwelle, die auch im Umkreis von 40 Kilometern wahrgenommen wurde, zerstörte die Stadt. Es folgten Feuerstürme mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h und Bodentemperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Glas und Eisen schmolzen, der Asphalt brannte. Bis zum Ende des ersten Tages starben nach konservativen Schätzungen mindestens 45.000 Menschen. In den nächsten Monaten stieg die Zahl der Todesopfer auf 136.000, und bis heute erkranken und sterben Menschen an Krebs infolge der Verstrahlung. (IPPNW: »Hiroshima, Nagasaki«, Broschüre, Juli 2002)

»Weitere Informationen über den Einsatz von Atomwaffen

Bearbeitungsstand: Oktober 2004

Siehe auch:
»Ballistische Rakete

»Druckwelle
»Enola Gay
»Ersteinsatz
»Ground Zero
»Hitzewelle
»Hypozentrum
»Little Boy
»KT (Kilotonne)
»TNT (Trinitrotoluol)

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