HAHN Otto

1879 - 1968

Am 8. März 1879 wird Otto Hahn in Frankfurt/Main als Sohn eines Geschäftsmannes geboren. Nach dem Studium der Chemie in Marburg und München promoviert Hahn zum Dr. phil. und wird anschließend Assistent an der Universität in Marburg. Bei seiner Forschungstätigkeit in London, Montreal (1905) und später Berlin (1906) konzentriert er sich auf radiochemische Forschung. 1905 entdeckt Hahn ein neues radioaktives Element, das Radiothor genannt wird. Gemeinsam mit Lise Meitner und Otto von Baeyer gelingt es ihm zum ersten Mal, Betastrahl-Spektren von einer Reihe radioaktiver Strahlen zu erhalten. Dieses Verfahren spielt in der modernen Atomforschung eine wesentliche Rolle.

1938 gelingt Hahn in seinem berühmt gewordenen Versuch erstmals die Spaltung des Uran-Kerns durch Neutronen. Bei dieser Kernspaltung werden bisher nicht vorstellbare Mengen von Energie freigesetzt. Damit sind die Voraussetzungen zur technischen Nutzung der Kernenergie, aber auch zur Herstellung von Atomwaffen gelegt. Während des Zweiten Weltkrieges konzentriert sich die Arbeit Otto Hahns auf die Isolierung und Identifizierung neuer unbekannter Atomarten, die bei der Urankernzertrümmerung als radioaktive "Spaltprodukte" entstehen.

Nach Ende des Krieges wird Hahn in England interniert, wo er 1944 den Nobelpreis für Chemie verliehen bekommt. Als Präsident der "Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften" (1948-1960) fordert Hahn immer wieder ein Atomwaffenverbot. So ist er auch Mitunterzeichner der Göttinger "Erklärung der 18 Atomwissenschaftler" gegen die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen. Otto Hahn stirbt am 28. Juli 1968 in Göttingen. (Quelle: Deutsches Historisches Institut)

Bearbeitungsstand: März 2007

Siehe auch: Göttinger Erklärung

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