Großbritannien

Atomwaffenstaat | Nuclear Weapon State

Atom U-Boot "Vanguard" kehrt zurück zum Marinestützpunkt am Clyde, Foto: Tam McDonald, UK MoD

Seit 1998 hat Großbritannien nur noch ein Atomwaffensystem: eine Flotte von atombetriebenen U-Booten, die mit 50 Trident II D5 seegestützten ballistischen Raketen bestückt sind.

Die Trident-Raketen sind von den USA gemietet. Obwohl die U-Boote in Großbritannien gebaut wurden, kommen auch viele Komponenten und Zielsysteme aus den USA. Die Sprengköpfe selbst wurden nach US-Design in Großbritannien bei Aldermaston gebaut. Manche wichtige Teile der Sprengköpfe allerdings werden direkt in den USA entwickelt und hergestellt.

Die Raketen haben eine Reichweite von 7.400 Kilometern und können somit Russland oder den Nahen Osten erreichen. Ununterbrochen patrouilliert  ein U-Boot im Atlantik, während ein weiteres gewartet wird und die zwei übrigen im Hafen bleiben oder für militärische Übungen vorgesehen sind.

Die britische Regierung will Atomwaffen für mindestens die nächsten 50 Jahren beibehalten. Dennoch wird das Trident-II-System, das 1994 in Betrieb genommen wurde, ca. 2025 auslaufen. Die Entscheidung über einen Ersatz musste daher bis zum Jahr 2010 fallen, da es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, ein neues System aufzustellen. Obwohl die bestehende Flotte noch bis 2020 oder länger einsatzfähig bleiben könnte, wurde im März 2007 durch das britische Parlament eine Erneuerung der "Trident" Atomwaffenträger beschlossen. Nach der Wahl in 2010 entfachte wieder die Debatte über Trident, vor allem wegen den hohen Kosten, die laut Greenpeace bis zu 97 Milliarden britische Pfund betragen.

Bearbeitungsstand: Oktober 2011

Weitere Informationen zum britischen Atomwaffenprogramm

siehe auch: Aldermaston
siehe auch: Sprengkopf
siehe auch: Trident-Rakete

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