Golfkriegssyndrom

engl.: Gulf War Syndrome

Der Begriff Golfkriegssyndrom fasst eine Summe von medizinischen Problemen zusammen, unter denen Golfkriegsveteranen zwei bis drei Mal häufiger leiden als Veteranen, die aus anderen Kriegen zurückgekehrt sind. Die neuen Beschwerden, die bei den Rückkehrern aus der Golfregion auftauchten, lassen sich nicht auf eine Posttraumatische Belastungsstörung zurückführen. Nicht der Kopf, sondern der Körper ist krank: Gelenk- und Muskelschmerzen, ungewöhnliche Müdigkeit und Erschöpfungszustände, aber auch Gedächtnisprobleme, Depressionen, Störungen der kognitiven und emotionalen Funktionen - das sind die typischen Symptomgruppen, die inzwischen auch durch zahlreiche Studien belegt sind.

Etwa ein Viertel der amerikanischen Golfkriegsveteranen gilt als arbeitsunfähig und ungefähr die Hälfte der Veteranen war in den vergangenen zwölf Jahren wegen seltsamer Symptome in ärztlicher Behandlung. Die Behandlungskosten der erkrankten Rückkehrer hat das Pentagon übernommen. Doch offiziell anerkannt hat das Verteidigungsministerium die mysteriöse Krankheit nicht.

Über die Ursache der Krankheit diskutieren Experten noch heute. War es die DU-Munition mit ihren feinen radioaktiven Staubpartikel, die über irakischem Territorium verschossen wurde? Konnte dieses radioaktive Material über die Atemorgane oder offene Wunden der Soldaten in den Körper der Menschen gelangen? Waren es chemische Kampfstoffe in Verbindung mit den Rauchwolken von brennenden Ölquellen? Oder sorgten die zuvor kaum getesteten Stoffe der Schutzimpfungen gegen biologische Waffen, Infektionskrankheiten und Insektizide für die Beschwerden? - Vermutlich war es das Zusammenspiel dieser Faktoren. Obwohl zwischenzeitlich hohe Geldsummen in Forschungsprojekte gesteckt wurden, kamen Forscher zu keinem endgültigen Ergebnis: Die klare Verbindung zwischen den Krankheitsbildern und den von den Truppen eingenommenen Medikamenten und den chemischen Belastungen, denen die Soldaten während des Kriegs ausgesetzt waren, fehlt. (Quelle: ZDF Sendung: 37 Grad vom 17.02.2003)

Bearbeitungsstand: März 2006

siehe auch: DU-Munition

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