Wie hoch ist das Sprengpotenzial aller existierenden Kernwaffen im Vergleich zu den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki?

Die Atombomben von Hiroshima (12,5 KT) und Nagasaki (22 KT) waren verhältnismäßig kleine Atombomben.  Bei den modernen Atomsprengsätzen handelt es sich um Wasserstoffbomben. Früher wurden Atomwaffen gebaut, die Explosionen bis hin zu einer Megatonnengröße erzeugen konnten. Heute hat der größte Sprengkopf (W-88) im US-Arsenal 455 KT Sprengkraft – fast eine halbe Megatonne. Allerdings tragen die Raketen oft mehrere Atomsprengköpfe. Eine Mk-5 Trident-Rakete trägt zum Beispiel vier W-88 Sprengköpfe. Die meisten Atomsprengköpfe sind heutzutage über 100 KT groß, einige haben eine wählbare Sprengkraft: Die B-61-Bombe mod 3 oder 4 zum Beispiel hat zwischen 0,3 KT und 170 KT. Russlands größte Atomwaffe kann bis zu 750 KT erzeugen. Zehn Stück sind auf der SS-18 montiert. Die Chinesen haben die größten Atomwaffen mit 3 bis 5 Megatonnen, allerdings tragen ihre Raketen immer nur ein Stück.

Eine Megatonne ist 1000-mal größer als eine Kilo-Tonne. Sie entspricht der Sprengkraft von eintausend Tonnen TNT. Zum Vergleich: alle Bomben, die im 2. Weltkrieg explodierten, entsprachen insgesamt drei Megatonnen TNT. Ein einziges US-Atom-U-Boot bestückt mit 48 Trident-Raketen verfügt über mehr als das Zehnfache dieser Sprengkraft und eine SS-18 über mehr als das Zweifache.

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