Feuerblase

Sofort nach Abschluss der Kernspaltung steigen die Temperaturen im Innern der Bombe als Folge der außergewöhnlich hohen Energiedichte bis auf 100 Millionen Grad Celsius. Im Vergleich dazu beträgt die Oberflächentemperatur der Sonne ca. 5500 Grad. Das Gemisch aus den Überresten des Bombenmantels, der Spaltprodukte und der umgebenden Luft wird als »Feuerblase« oder auch als »Feuerball« bezeichnet. Die Feuerblase hat zunächst nur einen Durchmesser von einigen Metern und dehnt sich schlagartig aus.

Bereits innerhalb von 100 Mikrosekunden kühlt die sich ausdehnende Feuerblase auf etwa 300.000 Grad Celsius ab. An der Oberfläche der Feuerblase bildet sich eine Schockwelle, die sich mit ca. 30 Kilometer pro Sekunde ausdehnt. Der ersten Schockwelle folgt eine zweite, die durch die Ausdehnung des ursprünglichen Bombenmaterials entsteht und sich wegen ihrer höheren Ausdehnungsgeschwindigkeit sehr schnell mit der ersten Schockwelle vereinigt. Der Zeitpunkt der Vereinigung ist abhängig von der Masse und der Bauweise der Atombombe.

Je nach Detonationsart (Luft- oder Bodendetonation) treten unterschiedliche Effekte auf. Bei einer Luftdetonation vermischt sich das wegen der Hitze verdampfte Bombenmaterial mit der es umgebenden Lufthülle. Bei einer Bodendetonation wird das verdampfte Bombenmaterial zusätzlich mit verdampftem Erdreich angereichert, was zu einer starken Abkühlung der Feuerblase führt. (LL)

Bearbeitungsstand: November 2008

siehe auch: Bodendetonation
siehe auch: Luftdetonation

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