Forward-Based-System

Pershing-II-Rakete, Foto: US Military

Von der Sowjetunion eingeführter Begriff für die nuklearen oder nuklearfähigen US-Systeme, die zwar keine interkontinentale Einsatzreichweite besaßen, wegen ihrer Stationierung in oder nahe Europa aber Ziele in der Sowjetunion bekämpfen konnten. (Neuman: Kernwaffen in Europa, S. 137).

Aus Sicht der Sowjetunion war das US-amerikanische »forward-based-system« gegen die sozialistischen Länder in Europa gerichtet. Die USA begannen im Sommer 1948 mit dem Aufbau des Systems, indem sie strategische Bomber nach England verlegten. Anfang der 1950er Jahre fand eine sprunghafte Verstärkung dieses vorgelagerten Waffensystems in Europa statt; viele Kernwaffen wurden in Europa stationiert; die atomaren U-Boote, die den NATO-Befehlshabern unterstanden, wurden in europäische Gewässer verlegt.

Im Laufe der 1960er und 1970er Jahre, also in einem Zeitraum von knapp 20 Jahren, haben die USA, Frankreich und England das militärische Potential in und um Europa wesentlich modernisiert mit Reston- und Matador-Raketen. Diese wurden dann später durch die besseren Pershing-I-A-Raketen abgelöst. Zusätzlich wurden 6 Atom-U-Boote unter dem europäischen NATO-Kommando mit Polaris-Raketen bestückt, die Ende der 1970er Jahre durch Poseidon-Raketen mit Kassetten-Sprengköpfen ersetzt wurden. Ende der 1970er Jahre wurde eine Einheit der strategischen Bomber F 3 nach Europa verlegt, die ihren Stützpunkt hauptsächlich in England hatten. Es folgten die F15 und F16 Flugzeuge und schließlich die Tornados. Gleichzeitig wurden auch die französischen Atomstreitkräfte umgerüstet und ihr Kernwaffenpotential fast um das Vierfache vergrößert. (www.koerber-stiftung.de, Seite nicht mehr verfügbar)

Bearbeitungsstand: September 2008

siehe auch: Pershing-II-Rakete
siehe auch: Polaris-Rakete

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