ELLSBERG Daniel

1931 -

1931 in Detroit geboren, trat Daniel Ellsberg nach dem Wirtschaftsstudium in Harvard und Cambridge 1954 in die US-Marine ein. Ab 1959 war er in der einflussreichen Denkfabrik »RAND Corporation« und als Berater des US-Verteidigungsministeriums tätig. 1961 ist der Analyst Ellsberg im Auftrag des Pentagon in Vietnam, 1965/66 für das Außenministerium. 1962 promovierte er in Harward und wurde 1969 Professor am Massachusetts Institute of Technology. Ab 1967 arbeitet er an der geheimen McNamara-Studie – benannt nach dem damaligen Verteidigungsminister – über die amerikanische Kriegsführung in Vietnam.

Ellsberg gab 1971 die geheimen Pentagon-Papiere, mit denen unwahre Angaben der Regierung über den Vietnam-Krieg enthüllt werden konnten, an die New York Times, die Washington Post und 17 andere Tageszeitungen weiter. Das siebentausendseitige Dokument wurde in Auszügen veröffentlicht, Ellsberg 1971 angeklagt, 1973 jedoch freigesprochen. Seinem politischen Ethos ist er bis heute treu geblieben.

In zahlreichen Vorträgen, Interviews und Artikeln kritisierte er insbesondere den Irak-Krieg und warnt vor den nuklearen Gefahren aggressiver Außenpolitik. Im November 2003 wurde ihm von der deutschen Sektion der International Association Of Lawyers Against Nuclear Arms (IALANA) der Whistleblower-Preis verliehen. Für sein kontinuierliches politisches Engagement erhielt er am 8. Dezember 2006 im Schwedischen Parlament den Right Livelihood Award, besser bekannt als Alternativer Nobelpreis. (Quelle: Körber-Stiftung)

Bearbeitungsstand: Oktober 2009

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