EADS

Waffenproduzent, Niederlande

Die in den Niederlanden ansässige „European Aeronautic Defence and Space Company“ (EADS) beschäftigt sich mit der Herstellung und dem Verkauf von kommerziellen Fluggeräten, zivilen und militärischen Hubschraubern, kommerziellen Trägerraketen für die Raumfahrt, Lenkflugkörpern, Militärflugzeugen, Satelliten, Verteidigungssystemen und Verteidigungselektronik.

EADS ist im französischen Nuklearwaffenprogramm involviert. Ihre Tochtergesellschaft Astrium entwickelt und produziert die neue M4-Generation ballistischer Raketen, welche mehrere Gefechtsköpfe und eine Reichweite von mehr als 4000 km besitzen. Astrium entwickelte auch eine verbesserte Version, die M45, die nukleare TN75-Gefechtsköpfe mit einer höheren Leistung trägt. Die M45 wurde 1997 an Bord des Triomphant-U-Bootes in Dienst gestellt. Astrium ist für die Instandhaltung dieser Raketen verantwortlich.

Im Dezember 2004 schloss Astrium einen Vertrag über die Herstellung der neuen M51-Atomrakete für die neuen französischen U-Boote. Dieser Auftrag hat ein geschätztes Volumen von drei Milliarden Euro. Astrium ist der Hauptvertragspartner, wobei Safran, SNPE, DCN und Thales die Hauptsubunternehmer sind. Die M51 besitzt mehrere Gefechtsköpfe mit wesentlich größerer Nutzlast und größerem Nutzvolumen als die M4. Sie bietet auch eine höhere Reichweite, wodurch U-Boote in der Lage sind, ihre Patrouillengebiete auszudehnen. Das Atom-U-Boot „Le Terrible“ wird seit Ende 2010 mit der M51 ausgerüstet.

Die Rakete wird auch an Bord der anderen U-Boote der neuen Generation – Triomphant und Téméraire – ihren Dienst nach entsprechender Umrüstung antreten. Eine zweite Version mit neuen Atomsprengköpfen wird ab 2015 in Auftrag gegeben.

EADS hält auch einen Anteil von 37,5 Prozent an MBDA, einem Jointventure mit BAE Systems und Finmeccanica. MBDA produzierte im Jahr 2010 über 3000 Raketen. Es baut für die französische Luftwaffe die ASMPA-Atomraketen, welche vom Mirage-2000-N-Kampfflugzeug und den neuen Rafale-Kampfflugzeugen abgefeuert werden können.

EADS hat zwei Hauptanteilseigner: Daimler und die französische Holdinggesellschaft Sogeade (Société de gestion de l’aéronautique, de la défense et de l’espace).
Daimler hatte bis Ende 2011 15% Anteile an EADS. Die Hälfte dieser Anteile (7,5%) mit einem Wert von 1,2 Milliarden Euro hat ein Investorenkonsortium von Finanzinstituten (inkl. KfW und Deutsche Bank) abgekauft. Das Konsortium wird sie behalten, bis ein privater Investor gefunden wird. Die Stimmrechte dieser 7,5% bleiben aber bei Daimler. (Quelle: van Gelder, Jan Willem/Spaargaren, Petra/Wright, Tim: Divestment Report. ICAN 2012)

Bearbeitungsstand: April 2012

Weitere Informationen zu Atomwaffenherstellern

 

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