Cäsium (Cs)

engl.: Caesium (brit.), Cesium (amerik.)

Leere Schule in Pripyat nach der Tschernobyl-Katastrophe. Foto: Stuck in Customs

Es wird unterschieden zwischen Cäsium-137 (Cs) und Cäsium-134 (Cs).

Cäsium-137 (137Cs) ist ein Betastrahler mit einer Halbwertszeit (HWZ) von 30,2 Jahren. Es zerfällt in „angeregtes“, metastabiles Barium-137m (Ba), das sich mit kurzer HWZ von 2,55 min unter starker Gammastrahlung in stabiles Ba-137 umwandelt. Die Aktivitätsbestimmung von Cs-137 mit dem Geigerzähler erfolgt direkt über diese Gammastrahlung.

Cäsium verteilt sich sehr leicht in der Umwelt; durch die oberirdischen Atomtests sind weltweit noch kleine Mengen zu finden. Die Forschung unterscheidet zwischen externer und interner Exposition: Eine externe Exposition findet statt, wenn man z.B. auf kontaminierter Erde geht oder Kontakt mit verseuchtem Material hat. Bei einer internen Exposition werden radioaktive Stoffe durch Atmen, Essen und Trinken in den Körper aufgenommen. Lebewesen verarbeiten Cs-137 wie Kalium. Aufgenommenes Cs-137 verteilt sich gleichmäßig im Körper, vor allem in weichem Gewebe, ganz besonders in der Muskulatur, auch im Herzmuskel. Wegen der guten Wasserlöslichkeit der meisten Cäsiumsalze werden diese im Magen-Darm-Trakt vollständig resorbiert. Es kommt zu hohen Konzentrationen in den Muskeln, etwas weniger konzentriert wird Cäsium im Knochen und Fettgewebe eingelagert. Die biologische Halbwertszeit beträgt 40 bis 200 Tage. Eine hohe externe Exposition kann Verbrennungen führen, je nach Dosis kann die Exposition auch tödlich sein. Interne Exposition kann zu Herzmuskelstörungen führen, ferner zu Krebserkrankungen wie z.B. Karzinomen der Lungen und des Enddarms.

Cäsium-134 (134Cs) ist ein Beta- und (schwacher) Gammastrahler mit einer Halbwertszeit von 2,1 Jahren. Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 trug Cäsium-134 in den ersten zwei Jahrzehnten erheblich zu den dort gemessenen Strahlendosen bei. Heute sind wegen der im Vergleich zu Cs-137 kürzeren HWZ nur noch relativ geringe Mengen nachweisbar. Cs-134 verhält sich im Körper wie Cs-137. (Quelle: IPPNW-Factsheet)

Bearbeitungsstand: März 2011

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