Carbon Blazer

Militärübung

In der Zeit vom 5. bis 15. Mai 1987 fand unter der Bezeichnung „Carbon Blazer“ das größte Manöver mit Pershing II-Raketen in Europa statt. Der in Südwestdeutschland gelegene Übungsraum umfasste folgende Landkreise:

  • Im Regierungsbezirk Tübingen: Alb-Donau-Kreis, Reutlingen, Tübingen
  • Im Regierungsbezirk Karsruhe: Calw, Enzkreis, Freudenstadt, Karsruhe, Neckar-Odenwald-Kreis, Rastatt, Rhein-Neckar-Kreis
  • Im Regierungsbezirk Stuttgart: Böblingen, Esslingen, Göppingen, Heidenheim, Heilbronn, Hohelohekreis, Ludwigsburg, Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis, Schwäbisch Hall, Main-Tauber-Kreis

Insgesamt waren ca. 4000 US-Soldaten mit 1500 Radfahrzeugen und 12 Hubschraubern  beteiligt. 100 Radfahrzeuge mit über 21,7 Tonnen waren angekündigt. Zu Beginn der Übung fuhren aus dem Standort Heilbronn (Waldheide) drei Konvois mit jeweils 3 Raketen aus und bezogen Stellung im Raum Sinsheim. Ebenfalls 9 Raketen fuhren aus der Wiley-Kaserne in Neu-Ulm aus. Sechs Raketen bezogen eine Stellung bei Straß und drei fuhren nach Suppingen (westl. Blaubeuren). Aus den Kasernen in Schwäbisch Gmünd fuhren Führungs-, Versorgungs- und Fernmeldeeinheiten aus. Eine große Komandostellung wurde im Wald von Simmisweiler bei Aalen errichtet.In der Nacht zum 6. Mai verließen alle dort stationierten Raketen das Mutlanger Depot und bezogen Stellungen im Viereck Schwäbsich Gmünd, Schwäbisch Hall, Aalen und Crailsheim. Aus Heilbronn fuhren weitere 9 Raketen in Bereitstellungsräume im Main-Tauber-Kreis. Weitere 9 Raketen aus Neu-Ulm bezogen Stellungen westlich von Blaubeuren. Die Mutlanger Raketen blieben bis zum 8. Mai in ihren ersten Bereitstellungsräumen und wurden am 10 . Mai in den Rems-Murr-Kreis verlegt. Am gleichen Tag erfolgte eine Verlegung in den Raum Karlsruhe, Pforzheim, Bretten, Eppingen, wo die Raketen bis zur Rückfahrt am 14. Mai blieben.Die 18 Raketen aus Heilbronn blieben bis zum 8. Mai im Raum Kraichgau (Sinsheim) und im Main-Tauber-Kreis und wurden dann im Landkreis Heilbronn zusammengezogen. Am 10. Mai wurden diese Raketen in den Raum Eppingen, Heidelberg, Sinsheim, Bad Rappenau verlegt, wo sie bis zum Rückmarsch am 15. Mai blieben. Von den 18 Raketen aus Neu-Ulm wurden 9 von ihrem ersten Bereitstellungsraum am 7. Mai in den Landkreis Calw verlegt, weitere 9 Raketen am 8. Mai in den Raum Freudenstadt. Weitere Verlegungen erfolgten auch hier bis zum 15. Mai nicht mehr. An den Raketentransporten und Verlegeübungen waren keine atomaren Sprengköpfe beteiligt.

(Unterlagen der Presshütte Mutlangen)

Bearbeitungsstand: Juli 2010

zurück