CTBTO

Engl. Abkürzung für Comprehensive Test Ban Treaty Organisation, dt.: Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen

Logo der CTBTO

Die zur Umsetzung des umfassenden Atomteststoppvertrages gegründete CTBTO (Comprehensive Nuclear Test Ban Treaty Organization) mit Sitz in Wien arbeitet bis zum Inkrafttreten des Vertrages auf provisorischer Basis. Sie wird in dieser Zeit durch die 1996 gegründete Vorbereitungskomission geleitet, die beauftragt wurde, für die Überprüfung des Testverbots ein weltumspannendes internationales Überwachungssystem (IMS = International Monitoring System) mit Messstationen und Laboren aufzubauen. Diese versetzen die Organisation in die Lage, selbst kleine unterirdische Nukleardetonationen weltweit nachzuweisen.

Bis Anfang 2016 waren 282 von insgesamt 337 Messstationen fertig installiert und funktionsfähig. Es gibt vier Typen von Stationen, um verschiedene Ereignisse zu messen:

  • Seismische Stationen messen Schockwellen im Boden und können zwischen natürlichen und menschengemachten seismischen Bewegungen unterscheiden.
  • Hydroakustische Stationen horchen nach Schallwellen im Meer, die auch von sehr weit weg noch gehört werden können.
  • Infraschallstationen können sehr tiefe Schallwellen aufspüren, die von großen Explosionen verursacht werden und nicht durch das menschliche Ohr zu hören sind.
  • Radionuklide-Stationen messen radioaktive Partikel und Edelgase in der Atmosphäre.


Im Vienna International Centre sitzt das provisorische technische Sekretariat, in dessen Internationalem Datenzentrum alle Daten aus den Überwachungsstationen gesammelt und ausgewertet werden. Das Sekretariat ist zudem beauftragt, Inspektionen vor Ort (On-site Inspections) bei Verdacht auf eine Vertragsverletzung vorzubereiten. Alle verdächtigen Ereignisse sollen untersucht werden, um festzustellen, ob ein Atomtest durchgeführt wurde.

Mit dem Inkrafttreten des Vertrags sollen die Vorbereitungskomission und das provisorische Sekretariat durch die CTBTO aufgelöst werden. xh (Quelle: CTBTO)

Bearbeitungsstand: Januar 2016

»Weitere Informationen über die Atomteststoppverträge

»Geschichte und Chronik der Atomteststoppverträge

zurück