Brand

ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland

ehem. Atomwaffenstandort Brand. Bild: Digital GlobeWährend der Zeit des Kalten Krieges betrieben die sowjetischen Luftstreitkräfte auf dem Gebiet der damaligen DDR insgesamt sieben aktive Kernwaffenlager im Bereich der Flugplätze Altenburg, Brand, Finsterwalde, Groß Dölln, Großenhain, Lärz und Werneuchen. Auf dem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz Brand  war das 116. Garde-Jagdbombenflieger-Regiment  mit dem atomwaffenfähigen Flugzeugtyp Su-7B stationiert. (LL)

Das Kernwaffenlager (KWL) Brand (52°01'03“N, 13°43'07“O) lag ca. 2,5 km südwestlich des gleichnamigen Militärflugplatzes Militärflugplatzes und ca. 60 km südlich von Berlin. Es wurde in der Zeit von 1961 bis 1964 errichtet und gehörte zu den sogenannten Kernwaffenlagern der 1 Generation, die in Brand, Finsterwalde und Lärz errichtet wurden. Sie befanden sich bis zu drei Kilometer außerhalb der Peripherie der Flugplätze. Der Bunker besteht aus einem zweigeschossigen technischen Bereich, an den sich hinter einem zweiten Tor der ca. 40 x 9 m große Lagerraum anschließt. Das Bauwerk, von dem nur drei Stück errichtet wurden, war durchgehend per Lkw befahrbar. Die massiven Drucktore wiegen ca. 25 Tonnen. Die Kapazität einer dieser in kostspieliger monolithischer Bauweise errichteten Stahlbetonkonstruktionen (Bunker) lag bei ca. 40 Kernbomben. Dabei handelte es sich um freifallende Kernbomben des heute bekannten Typs 8U-69 mit einer Sprengkraft von ca. 5 KT. In den 1980er Jahren erhöhte sich die Lagerkapazität infolge der Miniaturisierung auch bei den Kernwaffen auf ca. 80 Kernbomben pro Objekt. Zum Arsenal zählten in dieser Epoche frei fallende Kernbomben vom Typ RN-40 mit einer Sprengkraft von 30 KT. (Quelle: Fliegerrevue Extra Nr. 22, Atomwaffen in der DDR, September 2008)
In Brand sind noch heute in der Nähe des Freizeitparks "Tropical Islands" in einem Flugzeug-Shelter am Rande der Start- und Landebahn zwei mannstiefe Gruben zu finden. Nach Angaben von Zeitzeugen waren sie Ende der 1980er Jahre angelegt worden, um Atomwaffen für die stationierten Su-24-"Fencer" direkt unter den Tragflächen zum Abwurf bereit zu halten. (Quelle: Märkische Allgemeine)

Bearbeitungsstand : November 2012

Weitere Informationen über Atomwaffenstandorte in Deutschland

siehe auch: KT (Kilotonne)
siehe auch: Sprengkraft

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