Bunker Buster

Robust Nuclear Earth Penetrator (RNEP)

Bei den "nuklearen Bunkerbrechern" handelt es sich um eine neue Generation erdeindringender Atomwaffen. Drei Modifikationsmöglichkeiten stehen zur Verfügung: der konventionelle Bunker Buster, der vorhandene nukleare Bunker Buster (B61-11) und eine Atomwaffe mit einer großen Sprengkraft (W-76 oder B-83).

Es wird behauptet, dass ein mit geringer Sprengkraft bestückter Atom-Bunkerbrecher mit "minimalem Kollateralschaden" einsetzbar wäre. Dabei muss eine Ein-Kilotonnen-Bombe mindestens 100 Meter in die Erde eindringen, um die Radioaktivität im Untergrund eingeschlossen zu halten. Bisher gibt es jedoch kein Waffensystem, das diese Tiefe erreicht.
So dringt die 1997 als nuklearer "Bunker Buster" modifizierte, getestete und stationierte B-61-11 aus einer Höhe von gut 13.000 Metern nur bis zu sieben Meter in die Erde und 2-3 Meter in gefrorenen Boden ein. Dennoch haben die USA etwa 50 dieser Bomben herstellen lassen.

Atomwaffen mit geringer Sprengkraft müssen Vorgabewerte präzise einhalten, sonst könnte die Sprengkraft größer als vorgesehen ausfallen. Ob die Nuklearkomponente und die Elektronik des Sprengkopfes dem massiven Aufprallschock beim Eindringen in die Erde standhalten, ist sehr fraglich. Nichterdeindringende Atomwaffen sind für den Aufprall mit einem Fallschirm ausgestattet. Bunkerbrechende Atomsprengköpfe werden deswegen wahrscheinlich mit abgereichertem Uran gefestigt.

Wünsche der Wissenschaft: Wichtig bei der Entwicklung der neuen Waffe sind Präzision, Stabilität, geringe Sprengkraft und einfaches Design. Dennoch halten die Wissenschaftler es für wichtig, einige herkömmliche Atomwaffen mit großer Sprengkraft zu behalten, um stark gepanzerte oder sehr tief im Felsen versteckte Anlagen zu zerstören. (XH)

Bearbeitungsstand: Oktober 2004

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