Baruch-Plan

Schon vor dem Einsatz der ersten Atombomben gab es Überlegungen, deren Verbreitung zu verhindern. Dieses Ziel wurde vorrangig von der amerikanischen Regierung verfolgt. Ergebnis dieser Überlegungen war der Baruch-Plan, den die amerikanische Delegation den Vereinten Nationen 1945 vortrug. Der Plan sah die Internationalisierung des gesamten Brennstoffkreislaufs, die Unterstellung sämtlicher nuklearer Aktivitäten und Brennstoffe, von der bergmännischen Gewinnung an, unter Kontrolle der Atomenergiekommission der Vereinten Nationen vor. Vor Ort Inspektionen sollten gewährleisten, dass die Mitgliedsländer die Bestimmungen einhielten. Seien Organisation und Verifikationsmaßnahmen eingerichtet, würden die Kernwaffen der USA abgerüstet. Die Sowjetunion lehnte dieses Verfahren ab. Zum einen wollte das stalinistische Regime keine Vor Ort Inspektionen, zum anderen war die Reihenfolge im amerikanischen Vorschlag – erst Kontrolle, dann Abrüstung – für Moskau nicht annehmbar. Die Sowjetunion legte daher einen Gegenvorschlag vor, der gerade die umgekehrte Reihenfolge vorsah. An diesem Gegensatz scheiterten alle weiteren Verhandlungen. Die Atomenergiekommission beendete die erfolglosen Verhandlungen Anfang der fünfziger Jahre. (Harald Müller in: Michael Salewski (Hrsg.): Das Zeitalter der Bombe, München 1995, S. 233.)

Bearbeitungsstand: Februar 2006.

siehe auch: Atomic Energy Commission

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