Bomarc-Flugkörper

engl.: Bomarc missile

Ein US-amerikanischer, ferngesteuerter Flugabwehrkörper der 1960er Jahre, der mit einem nuklearen Sprengkopf bestückt war. Die Bomarc erzielte eine maximale Reichweite von 700 km bei einer Geschwindigkeit von ca. 2,8 Mach. Zu Beginn des Kalten Krieges verfügten weder die USA noch die Sowjetunion über einsatzbereite Interkontinentalraketen. Stattdessen sollten gegnerische Ziele mit Nuklearwaffen bestückten strategischen Bombern angegriffen werden. Gegen diese Bedrohung von sowjetischer Seite entwickelten die USA Anfang der 1950er Jahre die Bomarc, die 1961 in Dienst gestellt wurde. Insgesamt wurden ca. 700 Bomarc-Flugkörper produziert.

Insgesamt 14 Bomarc-Abwehrstellungen in den USA und zwei weitere in Kanada eingerichtet. Die Bomarc waren in speziellen Schutzräumen untergebracht, von wo sie automatisch vertikal aufgerichtet und gestartet werden konnten. Mit diesem Verteidigungssystem sollten mögliche sowjetische nukleare Angriff über den Nordpol abgefangen werden. Nachdem die nukleare Bestückung der Flugkörper in der Öffentlichkeit bekannt wurde, kam es zwischen 1960 und 1971 in Kanada zu heftigen Protesten. Ab Mitte der 1960er Jahre übernahmen auf beiden Seiten nach und nach Interkontinentalraketen die Aufgaben der strategischen Bomber. Damit wurde die Bomarc überflüssig. Die letzte Einheit wurde 1972 aufgelöst.

Zielermittlung, Zielverfolgung und Steuerung der Bomarc erfolgten durch spezielle Radarstationen und Computersysteme. Bei Annäherung an das Ziel von weniger als 16.000 m übernahm das bordeigene Radar die Steuerung bis zum Abfangpunkt, wo der konventionelle Sprengkopf oder auch ein Nuklearsprengkopf (W-40) mit 10 kT gezündet wurde.

Technische Daten:
Länge: 14,2 m
Durchmesser: 0,89 m
Spannweite: 5,54 m
Geschwindigkeit: Mach 2,8 - 3,0
Maximale Flughöhe: 30.000 m
Reichweite: 320-640 km
Sprengkopf: konventionell oder atomar (LL)

Bearbeitungsstand: Dezember 2007

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