Abgereichertes Uran

engl.: depleted uranium

Abgereichertes Uran in Form von DU-Munition (engl. depleted uranium) wurde zum ersten Mal im Golfkrieg 1991 durch US- und britische Truppen breitflächig eingesetzt. Es folgte der Einsatz von ca. 12 Tonnen durch die NATO in Bosnien und Jugoslawien Ende der 1990er. Im Jahr 2003 wurden sie abermals durch US- und britische Truppen im Irakkrieg benutzt. Aktuelle Schätzungen rangieren zwischen 110-165 Tonnen, die hauptsächlich in der Nähe von urbanen Zentren abgefeuert wurden. Es besteht ein begründeter Verdacht, dass die USA diese Munition auch in Afghanistan im Jahr 2001 eingesetzt haben, da dort Waffensysteme, die Uranmunition verwenden, zum Einsatz kamen. Zurzeit besitzen mindestens 16 Länder Uranwaffen in ihren Arsenalen.

DU-Munition enthält abgereichertes Uran (Uran-238). Dieser Abfallstoff entsteht bei der Uranaufbereitung für die Energiegewinnung und den Atomwaffenbau. Durch Uran-238 wird die Munition bei bleibender Durchschlagskraft kleiner und gewinnt an Geschwindigkeit und Reichweite. Bei einem Treffer kommt es zur Feinverteilung des Urans; es entzündet sich und Uranoxid wird freigesetzt.

Uran-238 ist sowohl ein radioaktiver Alphapartikel-Strahler als auch ein chemisches Gift. Gelangt es in den Körper, bewirkt es bei hoher Dosis eine Schwermetallvergiftung, bei niedriger Dosis schädigt es die Nieren.

Eingeatmete Isotope setzen das Lungengewebe der Strahlung aus, was zu Krebs führen kann. Es wird vermutet, dass im Irak aufgetretene Fehlgeburten und Missbildungen bei Neugeborenen mit der Verwendung von Uranmunition im Zusammenhang stehen.

Bei der Einatmung von Partikeln von unlöslichem Uran werden etwa 60% davon verschluckt, entweder sofort oder nach vorübergehendem Aufenthalt in Nase, Rachen, Luftröhre, Bronchien und Lunge. Nur ein kleiner Anteil von 0,2% des verschluckten Urans kann die Darmwand durchdringen und ins Blut gelangen. Der Rest wird einfach mit den Exkrementen ausgeschieden, ohne irgendeinen Schaden anzurichten.

Eigenschaften des abgereicherten Urans (DU)
Uranmetall hat mehrere Eigenschaften, die es sehr interessant für die Herstellung von Geschossen machen. Dabei ist es unwesentlich, ob es sich um natürliches oder abgereichertes Uran handelt.

Uran hat eine hohe Dichte von 19,1 g/cm³. Daher können Geschosse aus diesem Material Stahl besonders gut durchdringen. Zum Vergleich: Die Dichte von Eisen beträgt 7,9 g/cm³, die von Blei 11,35 g/cm³.

Uran entzündet sich selbst, wenn es fein verteilt wird. Wenn ein Urangeschoss eine Stahlpanzerung durchdringt, werden feine Uranpartikel abgetrennt, die dann hinter der Panzerung einen Brand auslösen können. (Quelle: IPPNW)

Bearbeitungsstand: März 2006

siehe auch: Alphastrahlen
siehe auch: Dosis

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