Abrüstung

engl.: disarmament

Die Entstehung der klassischen Rüstungskontrolle ist auf die Problemlage der Ost-West-Konfrontation zurückzuführen. Abrüstung bildet das ältere Konzept, um den Gebrauch von Waffen durch deren Eliminierung einzuschränken.

Während sich Rüstungskontrolle nach dem 2. Weltkrieg eher auf die Steuerung von Rüstungsprozessen bzw. auf die Krisenprävention der Supermächte und den ungewollten Gebrauch von Waffen in bestimmten Gebieten und Situationen bezog, meint Abrüstung ganz konkret die Reduktion von verfügbaren, militärischen Instrumenten. Angesichts der technologischen Rüstungsdynamik ist zu unterscheiden, ob sich Abrüstung und Rüstungskontrolle auf vorhandene oder zu erwartende Rüstungspotentiale richten. Tatsächliche Abrüstung findet statt, wenn vorhandene Waffen verschrottet werden, vorbeugende Rüstungskontrolle, wenn die Forschung an noch im Labor- oder Erprobungsstadium befindlichen Waffensystemen vorzeitig beendet wird.

So wurden im Rahmen des INF-Vertrages sowohl stationierte Mittelstreckensysteme (Marschflugkörper, Raketen) verschrottet als auch für die Produktion benötigte Systeme verboten bzw. nicht mehr hergestellt.

Vollständige Abrüstung im eigentlichen Sinne des Wortes bedeutet streng genommen den Verzicht auf sämtliche militärischen Fähigkeiten. Rüstungskontrolle hingegen beschäftigt sich in erster Linie mit der rationalen Planung zur Verringerung des Kriegsrisikos. (Quelle: www.armscontrol.de)

Bearbeitungsstand: Januar 2006

siehe auch: ABM-Vertrag
siehe auch: Abschreckung
siehe auch: Atomteststopp
siehe auch: Atomwaffensperrvertrag
siehe auch: INF-Vertrag
siehe auch: Interkontinentalrakete
siehe auch: Mittelstreckenrakete
siehe auch: NATO-Doppelbeschluss

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